1. Gießener Allgemeine
  2. Sport
  3. Sport-Mix

Dicker Brocken zum Start

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

_1SPOHSPORT13-B_145904_4c
Auf Torwart Philipp Grubauer dürfte heute gegen Kanada eine Menge Arbeit zukommen. F:: DPA © DPA Deutsche Presseagentur

In Toni Söderholms altem »Wohnzimmer« startet die DEB-Auswahl heute gegen Titelverteidiger Kanada in die WM in Finnland. In der »Helsingin Jäähalli« will die Nationalmannschaft die Olympia-Enttäuschung vergessen machen.

Vor der Rückkehr in sein altes »Wohnzimmer« geriet Toni Söderholm ins Schwärmen. »Ich kenne den Geruch, die Farben, alle Ecken und Kanten der Halle«, verriet der Eishockey-Bundestrainer. In seiner geliebten »Helsingin Jäähalli« wird es für den Finnen beim WM-Start in Helsinki ab dem heutigen Freitag (19.20 Uhr/Sport1) ernst. Söderholm und das DEB-Team wollen das Olympia-Desaster von Peking vergessen machen und an den WM-Halbfinaleinzug im vergangenen Jahr in Riga anknüpfen - der erste Vorrunden-Brocken ist Titelverteidiger und Rekordweltmeister Kanada.

Die im Februar mit Gold-Ambitionen nach China gereiste, aber krachend gescheiterte DEB-Auswahl habe »Toni« bei der WM »viel zu beweisen«, sagte Youngster und Leistungsträger Moritz Seider. Für den Verteidiger der Detroit Red Wings sei es deshalb wichtig, »einen guten Start ins Turnier hinzulegen. Das erste Spiel wird maßgeblich entscheidend für die Gruppenphase sein.« Schnell ins Turnier zu kommen und den Rhythmus zu finden, das wird die große Herausforderung für Söderholm und seine neu »zusammengewürfelte« und schwer einzuschätzende Mannschaft. Durch widrige Umstände, unter anderem die spät beendete DEL-Finalserie zwischen Meister Eisbären Berlin und Red Bull München, hat Söderholm sein Team erst seit dem Abflug am Dienstag zusammen - zu allem Überfluss ist die Absagen-Liste einiger eingeplanter Stammspieler lang.

Der frühere NHL-Stürmer Dominik Kahun musste verletzungsbedingt passen. Die beiden Ex-NHL-Profis Tom Kühnhackl und Tobias Rieder, die aktuell in Schweden aktiv sind, fehlen ebenfalls. Zudem teilte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) auf Anfrage mit, dass Superstar Leon Draisaitl auch im Falle eines vorzeitigen Playoff-Ausscheidens mit den Edmonton Oilers in der NHL nicht nach Helsinki nachreisen wird.

So sind ab heute in der finnischen Hauptstadt andere Spieler in der Pflicht: Angeführt wird das DEB-Team vom NHL-Trio Moritz Seider, Philipp Grubauer und Tim Stützle sowie von Kapitän Moritz Müller. Der Kölner mit neun WM-Teilnahmen sowie Korbinian Holzer, Matthias Plachta und Marcel Noebels (jeweils sechs) sind die Spieler mit der meisten Erfahrung, von der die insgesamt neun WM-Debütanten profitieren sollen.

Söderholm, der über zehn Jahre in der »Helsingin Jäähalli« für den finnischen Spitzenklub HIFK gespielt hatte, gibt sich trotz der schwierigen Vorbereitung zuversichtlich. »Man merkt, dass die Mannschaft wächst. Da ist eine Stimmung drin, auf der man viel aufbauen kann«, sagte der 44-Jährige. Sein Top-Verteidiger Seider gab sogar einen deutlichen Warnschuss ab: »Wenn wir einmal in den Rhythmus kommen, dann sind wir schwer zu stoppen.«

Grubauer gibt Medaille als Ziel aus

Der Auftakt hat es mit den zwei vermutlich schwersten Gruppengegnern aber in sich: Nach dem Duell mit Kanada ist das Team von Bundestrainer Toni Söderholm 24 Stunden später gegen den Olympia-Dritten Slowakei gefordert. »Es ist gut, mit dem Kanada-Spiel zu starten, um zu sehen, wo der Maßstab wahrscheinlich liegt«, sagte Berlins Marcel Noebels: »Es ist nicht leicht, aber wir freuen uns auf die Aufgabe.« Der Fehlstart in Peking gegen ein nahezu komplett anders aufgestelltes kanadisches Team stand sinnbildlich und war richtungsweisend für den ersten heftigen Rückschlag in der sonst erfolgreichen Zeit mit Söderholm. Die ersten zehn Minuten mit drei schnellen Gegentoren hatten die Deutschen komplett verschlafen.

Am Montag beginnen mit der Partie gegen Frankreich die entscheidenden Spiele fürs Minimalziel Viertelfinale, ehe es zum Vorrundenabschluss zum Prestigeduell mit der Schweiz kommt. Trotz aller Unwägbarkeiten ist das Team optimistisch: »Das Ziel ist schon eine Medaille«, sagte NHL-Torhüter Grubauer bei Sport1 vor dem Start,

Auch interessant

Kommentare