Bobby Charlton ist an Demenz erkrankt. FOTO: AFP
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Bobby Charlton ist an Demenz erkrankt. FOTO: AFP

Diagnose Demenz

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(sid/dpa). Die englische Fußball-Legende Bobby Charlton (83) ist Medienberichten zufolge an Demenz erkrankt. Seine Frau Norma hat nach Angaben der Zeitung "Telegraph" der Veröffentlichung der Diagnose zugestimmt. Erst im Juli war Charltons älterer Bruder Jack im Alter von 85 Jahren gestorben, auch er litt an Demenz.

Bobby Charlton, Weltmeister von 1966, gilt als größter englischer Fußballer der Geschichte. Sein Name ist zudem eng verbunden mit Manchester United. Nur Ryan Giggs hat mehr Spiele für die Red Devils bestritten, nur Wayne Rooney mehr Tore erzielt.

"Jeder bei Manchester United ist betrübt, dass diese schreckliche Krankheit Sir Bobby Charlton heimgesucht hat. Wir bieten Sir Bobby und seiner Familie weiterhin unsere Liebe und Unterstützung an", teilten die Red Devils mit. "Ein weiterer Held unserer Weltmeister-Mannschaft von 1966 leidet an Demenz. Vielleicht sogar der Größte von allen. Das macht mich traurig", schrieb der ehemalige englische Nationalspieler Gary Lineker bei Twitter. Erst am Freitag war Weltmeister Nobby Stiles im Alter von 78 Jahren gestorben. Charlton hatte am 6. Februar 1958 einen Flugzeugabsturz in München überlebt, als er aus dem Flieger geschleudert wurde. Acht Mitspieler verstarben.

Charlton ist bereits der fünfte Spieler aus der Weltmeister-Elf von damals, bei dem Demenz diagnostiziert wurde. Neben Jack Charlton und Stiles litten auch die 2018 und 2019 gestorbenen Teamkameraden Ray Wilson und Martin Peters unter Demenz.

Schon länger wird in Großbritannien ein möglicher Zusammenhang zwischen Demenz und Fußball erforscht, insbesondere mit Blick auf das Kopfballtraining. Eine Studie des englischen Fußballverbands kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer neurologischen Krankheit zu sterben, bei ehemaligen Profi-Fußballern mehr als dreimal so hoch ist. Ein eindeutiger Zusammenhang wurde bislang aber noch nicht nachgewiesen.

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