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Lob für Sophia Kleinherne (l.) von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die mit der Frauen-Nationalmannschaft heute in der WM-Quali in Chemnitz gegen Serbien spielt. IMAGO

DFB-Frauen vor mehr Arbeit

(sid). Ein Plausch mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, eine kleine Stadtführung durch Dresden - nach ein wenig Ablenkung wartet auf die deutschen Fußballerinnen schon die nächste Pflichtaufgabe. Und die soll im Vergleich zum 7:0-Spaziergang gegen Bulgarien anspruchsvoller werden. »Da erwartet uns ein anderes Kaliber, sie werden Nadelstiche nach vorne setzen, da sind wir auch ganz anders gefordert«, sagte Abwehrspielerin Sophia Kleinherne von Eintracht Frankfurt vor dem zweiten WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien am Dienstag (16.

00 Uhr/ZDF) in Chemnitz.

Bei allem Respekt vor den aufmüpfigen Außenseiterinnen sei aber natürlich das »klare Ziel, die nächsten drei Punkte einzufahren«, sagt Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Auf dem Weg zur WM 2023 in Australien und Neuseeland kann die verjüngte DFB-Auswahl mit einem Sechs-Punkte-Start die Tabellenführung in Gruppe H erobern.

Neben der direkten Qualifikation als Gruppensieger gilt der Fokus jedoch bereits der EM, die in neuneinhalb Monaten in England (6. bis 31. Juli 2022) stattfindet. Gerade in der Abwehr ist noch keine Stammformation in Sicht, nur Supertalent Lena Oberdorf (19/VfL Wolfsburg) scheint derzeit gesetzt.

Für Hoffnungsträgerinnen wie Kleinherne ist also jeder Einsatz eine Chance für die erfolgreiche Bewerbung um einen dauerhaften Arbeitsplatz. Die 21-Jährige hatte als Innenverteidigerin in der Bulgarien-Partie, ihrem achten Länderspiel, ein Sonderlob der Bundestrainerin erhalten.

Voss-Tecklenburg nimmt ihre zahlreichen Talente früh in die Verantwortung. Sie sieht schließlich eine »wissbegierige« und »kritische« Generation, der sie Mut zur Individualität einimpfen möchte und deren Flexibilität sie schätzt. Kleinherne beispielsweise kann in der Abwehr innen wie außen spielen, für Voss-Tecklenburg sind solche Multitalente »ein Privileg«.

Und auch diese jungen Wilden würden ihr Können natürlich nur zu gerne vor vielen Zuschauerinnen und Zuschauern präsentieren. Auch wenn die ARD-Quote am Samstag (1,11 Millionen) die Bundestrainerin positiv stimmte - nach 1534 Fans in Cottbus waren am Montag auch für Chemnitz erst 1200 der 5000 verfügbaren Tickets verkauft.

Kleinherne nimmt das sportlich: »Es ist für uns schön, überhaupt wieder Zuschauer im Stadion zu haben. Das macht unheimlich viel mit uns als Mannschaft, wir wollen ihnen etwas bieten.« - Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung: Frohms - Hendrich, Oberdorf, Kleinherne, Nüsken - Leupolz, Marozsan - Huth, Magull, Brand - Schüller. - Schiedsrichterin: Kirsty Dowle (England).

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