Es hat nicht sollen sein: Beim Finale der 13. Touretappe im französischen Zentralmassiv schnappt der Kolumbianer Daniel Martinez (r.) den Deutschen Lennard Kamna (Mitte) und Teamkollege Maximilian Schachmann den Sieg vor der Nase weg. FOTO: AFP
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Es hat nicht sollen sein: Beim Finale der 13. Touretappe im französischen Zentralmassiv schnappt der Kolumbianer Daniel Martinez (r.) den Deutschen Lennard Kamna (Mitte) und Teamkollege Maximilian Schachmann den Sieg vor der Nase weg. FOTO: AFP

Deutsches Drama im Zentralmassiv

  • vonSID
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Zweiter und Dritter, aber wieder kein Sieg für das deutsche Team bora- hansgrohe: Die 13. Etappe der Tour de France ging an einen Kolumbianer, der gleich zwei deutsche Profis abhängte.

Als Lennard Kämna am Puy Mary, dem Ziel der 13. Etappe der Tour de France, die Wiederholung seines Radsport-Krimis auf den TV-Bildschirmen erblickte, ärgerte sich der junge deutsche Radprofi gleich ein zweites Mal: Als Zweiter hatten weder er noch der tapfer kämpfende Maximilian Schachmann als Dritter der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe nicht den ersehnten Sieg beschert.

Nur vier Sekunden trennten den 24-Jährigen vom bislang größten Triumph seiner Karriere. Vier Sekunden, die er erst auf den letzten Metern der 191,5 km langen Bergetappe im Zentralmassiv auf den Kolumbianer Daniel Martinez (EF Education First) verlor.

Doch sowohl bei Kämna, als auch bei Schachmann überwog insgesamt der Stolz über das Erreichte. Das gute Abschneiden gab beiden neue Zuversicht. "Es kommen noch ein paar Etappen. Ich hoffe, dass ich eine andere gewinnen kann", sagte Kämna. Schachmann, der sich zwei Wochen vor Tour-Start das Schlüsselbein gebrochen hatte, meinte: "Am Ende wäre es schön gewesen, wenn wir den Sieg nach Hause gefahren hätten. Aber die Tour ist noch nicht vorbei."

Vorbei ist die Tour auch für die Favoriten im Kampf um das Gelbe Trikot nicht. Dennoch zeigte sich am bis zu 15 Prozent steilen Schlussanstieg Pas de Peyrol, wer die derzeit stärksten Fahrer im Feld sind. Die Antwort: Jumbo-Visma-Kapitän Primoz Roglic und sein slowenischer Landsmann Tadej Pogacar (Slowenien/UAE-Team Emirates). Roglic baute seine Führung in der Gesamtwertung auf 44 Sekunden aus, neuer Zweiter ist Pogacar. "Ich bin super glücklich, wie es gelaufen ist", sagte Roglic.

Titelverteidiger Egan Bernal (Ineos-Grenadiers) zählte dagegen zu den Besiegten, der Kolumbianer war im Ziel völlig entkräftet und liegt als Dritter nun 59 Sekunden zurück.

Die Aussicht auf die wohl schwierigste Etappe mit sieben Bergwertungen hielt das Feld nicht von einem Schnellstart ab. Früh wurde ein hohes Tempo angeschlagen, für die Sprinter begann schon nach wenigen Kilometern der Kampf gegen das Zeitlimit. Nach dem ersten Renndrittel bremste das Peloton aber vorübergehend ab. Zu den vielen Fahrern, die sich in die Flucht wagten, zählte der bislang unauffällige Simon Geschke (CCC Team). Später stießen auch die beiden Bora-Profis Schachmann und Lennard Kämna (Wedel) dazu.

Rund 35 Kilometer vor dem Ziel fand die harmonische Zusammenarbeit an der Spitze ein Ende, Schachmann suchte erst im Duo, dann gar als Solist das Weite. Doch sein Vorsprung schmolz, als Martinez das Tempo erhöhte. Nur Kämna konnte folgen, 1,6 Kilometer vor dem Ziel war Schachmann eingeholt. Im Finale musste Schachmann dann abreißen lassen. Auf der Zielgeraden forcierte Kämna eine letzte Attacke - vergeblich.

Nach zwei Tagen im Zentralmassiv biegt die Große Schleife am Samstag in die entscheidende Phase in Richtung Alpen ein. Vor den Prüfungen im Hochgebirge können die Favoriten auf das Gelbe Trikot aber nochmals durchatmen. Die 194 km lange 14. Etappe von Clermont-Ferrand nach Lyon ist als Flachetappe deklariert - auch wenn das angesichts von fünf gewerteten Bergen eine ziemliche Mogelpackung ist.

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