DESG-Streit erreicht die Politik

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(sid). Athleten gehen öffentlich auf Konfrontationskurs zur Verbandsspitze, Präsident Matthias Große reagiert verärgert und droht mit Konsequenzen: Bei der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) rückt der Sport auch vor der EM in Heerenveen am kommenden Wochenende in den Hintergrund. Vor dem ersten internationalen Härtetest der Saison schaltet sich nun sogar die Politik ein - und fordert Antworten.

Die umstrittenen Personalentscheidungen Großes sowie die scharfe und ungewohnt offene Kritik eines Sprint-Quartetts um Olympiastarter Joel Dufter sind auch im Deutschen Bundestag vernommen worden. Abgeordnete verlangen Aufklärung über die Hintergründe und die Verwendung von Fördergeldern.

»Weder dem BMI, noch dem Sportausschuss ist bislang bekannt, weshalb Herr Große viele angesehene Trainer und Funktionäre der DESG entlässt, ohne für adäquate Nachfolge zu sorgen«, sagte Mahmut Özdemir, SPD-Obmann im Sportausschuss, dem SID: »Dieses Verhalten ist definitiv nicht im Interesse der Athleten oder des Verbandes.«

Er sehe die Entwicklung mit großer Besorgnis. »Ich habe Sportler immer als sehr zurückhaltende, disziplinierte Menschen wahrgenommen, die nicht unbedingt mit Bad-News, sondern Höchstleistungen das Licht der Öffentlichkeit suchen. Dass jetzt dieser Unmut geäußert wird, ist ein höchst alarmierendes Zeichen und führt bei mir zu wachsender Besorgnis darüber, welche Zustände im Verband herrschen«, sagte Özdemir.

Dufter sowie die Athleten Jeremias Marx, Hendrik Dombek und Stefan Emele hatten Missstände im Verband unter der neuen Führung um Große, dem Lebensgefährten von Claudia Pechstein, angeprangert. Es werde nicht im Sinne der Sportler entschieden, sondern nach Eigeninteressen.

Den Gang an die Öffentlichkeit verteidigte Dufter. Dieser sei »der letzte Weg« für ihn gewesen, nachdem die Bitte um ein klärendes Gespräch unbeantwortet geblieben sei. »Ich lasse mich nicht verarschen. Ich habe etwas sagen müssen, sonst wird es wieder unter den Tisch gekehrt und wieder bloß abgewartet, bis ein bisschen Gras drüber gewachsen ist«, sagte Dufter. Bei Große kam das kritische Schreiben nicht gut an. »Diese Art und Weise wird Konsequenzen haben«, sagte er auf Anfrage. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass Große im Sportausschuss des Bundestags Stellung beziehen muss.

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