Derby als Geisterspiel

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(sid). Das rheinische Derby geht als erstes "Geisterspiel" in die Geschichte der Bundesliga ein - doch es bleibt nicht das einzige: Das Coronavirus hat endgültig auch das deutsche Fußball-Oberhaus eingeholt. Nicht nur die Nachholpartie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln heute Abend (18.30 Uhr/Sky) geht ohne Publikum über die Bühne. Mindestens sechs weitere Partien des kommenden Spieltags finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, darunter das 178. Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04.

Das Derby in Mönchengladbach sollte ursprünglich bereits am 9. Februar ausgetragen werden, wurde damals aber wegen des Orkantiefs "Sabine" verschoben. "Jetzt ist der Tag eingetreten, den wir uns alle nicht gewünscht haben", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers, der vor allem an die finanziellen Folgen dachte: "Das trifft den Verein bis ins Mark." Alle Zuschauer, die sich eine Karte gekauft haben, bekommen ihr Geld zurück. Über das Prozedere soll in der kommenden Woche entschieden werden. Laut Schippers gehen dadurch Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro flöten. Das Problem: Weder die Klubs, noch die Deutsche Fußball-Liga sind für solche Fälle versichert. BVB-Sportdirektor Michael Zorc bezifferte den Einnahmeausfall in Dortmund auf mindestens drei Millionen Euro.

Das Rheinderby heute findet nun unter völlig anderen Voraussetzungen als ursprünglich geplant statt. Anfang Februar lagen die Gladbacher nur drei Punkte hinter Spitzenreiter München und der FC schwebte in akuter Abstiegsgefahr. Aktuell sind die Borussen aus den Champions-League-Rängen gerutscht und die Kölner kommen mit dem Selbstbewusstsein von drei Siegen aus vier Spielen seit der Spielabsage. Zudem ist der Heimvorteil für Gladbach futsch. "Es macht überhaupt keinen Sinn, rumzujammern", sagte Gladbachs Coach Marco Rose indes. "Die Situation ist für alle nicht leicht."

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