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Abmarsch: Total enttäuschte Kölner nach dem Pokal-Aus auf dem Weg in die Kabine.

Derber Rückschlag

  • vonSID
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Der 1. FC Köln bleibt sich treu: Auf einen kleinen Schritt nach vorn folgt ein gewaltiger zurück. Die Pokal-Blamage in Regensburg ist der nächste Tiefschlag.

Geschlagen, gerädert und blamiert trafen die Profis des 1. FC Köln mitten in der Nacht wieder in der Heimat ein. Mit 120 Minuten auf morastigem Grund in den Knochen, der Niederlage beim Zweitligisten Jahn Regensburg in den Köpfen - und der Gewissheit, dass sie den weiteren Abstiegskampf nun als »Pokal-Deppen« bestreiten müssen.

Das Ganze sei »schwer in Worte zu fassen«, sagte Torwart Timo Horn, »wir hatten eine riesige Chance gegen einen Gegner, den man sicherlich besiegen kann.« Dem FC war das am Mittwochabend nicht möglich.

3:4 hieß es letztlich im Elfmeterschießen, das Aus im Achtelfinale. »Aber so weit hätten wir es gar nicht kommen lassen dürfen«, sagte Trainer Markus Gisdol. Mit einfachsten Mitteln hatte Regensburg die Kölner niedergekämpft, mit langen Bällen und jeder Menge Arbeit. »Viel zu passiv« sei sein Team gewesen, gab Gisdol zu, der FC habe »schlecht verteidigt«.

Der Klub bleibt sich damit treu: Seit schon elf Jahren schaffen die Kölner es nicht mehr in die Runde der letzten acht, selbst wenn das Achtelfinale ein vermeintlich einfaches Los bringt. Und auch mit Blick auf diese Saison erfüllt sich in schöner Regelmäßigkeit eine Erwartung: Geht es mal in kleinen Schritten voran, dann folgt ein großer Sprung zurück.

Gerade hatte Köln zwei der vergangenen drei Ligaspiele gewonnen und damit die Abstiegszone wieder verlassen, die Möglichkeit im Pokal sollte frisches Geld und weiteres Selbstvertrauen bringen. Stattdessen machte der Auftritt erneut deutlich, dass der Existenzkampf in den kommenden Wochen zäh werden dürfte.

»Wir hatten ein paar schöne Tage«, sagte Gisdol, »und bringen uns dann wieder in so eine negative Situation. Diese Wellenbewegungen machen mich verrückt.«

Trotz einer 2:0-Führung durch Ismail Jakobs (4.) und Neuzugang Emmanuel Dennis (22.) verlor der FC den Faden. Und präsentierte sich anschließend erschreckend limitiert, Dennis vergab zudem einen Handelfmeter (78.), die Mannschaft hatte über weite Strecken der zweiten Hälfte keinen echten Zugriff auf den Gegner - einen mittelmäßigen Zweitligisten.

Und vor diesem Hintergrund wirken die kommenden Aufgaben geradezu einschüchternd. Am Samstag (18.30 Uhr) geht es zum Derby bei Borussia Mönchengladbach, dann warten im Februar noch Eintracht Frankfurt, der VfB Stuttgart und Bayern München.

Die Kölner taten daher gut daran, den Grund für die Niederlage nicht beim Schiedsrichter zu suchen. Bei Benno Schmitz’ vermeintlichem Treffer (39.) hatte Vorbereiter Ondrej Duda im Abseits gestanden. Die Regelanwendung war höchst ungewohnt, aber wohl korrekt. Und am Ende eines bitteren Abends vor den vielleicht schwierigsten Wochen der Saison war eines klar. »Wir machen uns selbst das Leben schwer«, sagte Torhüter Horn, »es gibt keine Ausreden.«

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