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Der stille Sieger

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(sid). Der wohl entscheidende Tipp kam von einem ganz Großen. »Ich hab auf dem Abreiteplatz Steve Guerdat gefragt, ob man die Abkürzung nehmen kann«, erzählte Gerrit Nieberg nach seinem sensationellen Sieg im Großen Preis von Aachen: »Steve meinte, kannste machen. Also habe ich das gemacht, und das war gut.«

Die kurze Wendung vor der letzten Linie, ein Risiko, das sich lohnte. Nieberg und sein Westfalen-Wallach Ben nahmen die beiden letzten Hindernisse in Angriff - da lagen sie in der Zeit noch klar hinter dem Briten Scott Brash. Dann der vorletzte Sprung, die letzte Galoppade und schließlich der Satz ins Glück. ARD-Kommentator Carsten Sostmeier verlor am Mikrofon die Fassung. »Nieberg oder Brash, Nieberg oder Brash, Niiiiiiiiiiiieeeeeberg«, schrie er ins Mikrofon, dann kamen diesem Urgestein der Reitsport-Berichterstattung die Freudentränen: »Ich kenne den Burschen seit seiner Geburt und habe ihn schon im Kinderwagen hier übers Turniergelände geschoben.«

Mit 13 wollte Gerrit Nieberg (29) noch Fußballprofi werden, aber dann widmete er sich doch den Pferden. Sein Vater Lars, der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger und langjährige Leiter des Gestüts Wäldershausen bei Homberg/Ohm, förderte und forderte den Sohn behutsam. »Ohne ihn wäre das alles hier nicht möglich gewesen«, sagte Nieberg junior an diesem denkwürdigen Sonntag. Ansonsten präsentierte er sich als stiller Sieger: »Ich finde einfach keine Worte« Die Niebergs sind ein eingespieltes Team, auf dem Gut Berl im Münsterland betreiben sie seit 2013 einen Zucht- und Ausbildungsbetrieb. Lars und Gerrit sind für die sportliche Entwicklung der Pferde zuständig, Sohn Max für den Verkauf.

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