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Max Verstappen hat es eilig und rast seiner ersten Weltmeisterschaft entgegen.

Der nächste Schritt zum Titel

Max Verstappen zieht im WM-Duell der Formel 1 davon. Der Titel ist zum Greifen nah - denn schon am kommenden Wochenende winkt der nächste Erfolg.

Im Jubelsturm von Mexiko wirkte Max Verstappen bereits am Ziel seiner Träume. Wie einen Champion wippten seine Mechaniker den freudestrahlenden WM-Spitzenreiter der Formel 1 wild auf ihren Schultern, Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko versprach zur Feier des Tages eine große Runde Tequila - alles so, als habe Verstappen das dramatische Titelrennen mit Lewis Hamilton gerade für sich entschieden.

Ganz so weit war es nach dem neunten Saisonsieg Verstappens noch nicht. Die Planungen für die echte Titel-Sause können nun aber konkreter werden. Verstappen kommt der Weltmeisterschaft immer näher.

»Es ist noch ein langer Weg, aber es sieht gut aus«, sagte der Niederländer, der im übermächtigen Red Bull seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Hamilton im Mercedes auf 19 Punkte ausbaute.

In der Heimat des Rekordweltmeisters winken manche bereits ab. »Irgendwie passt es, dass Mexiko-Stadt gerade den Tag der Toten feierte«, schreibt etwa die »Sun«, »denn Hamiltons Saison scheint nach einem weiteren schweren Schlag durch Verstappen abgetötet.«

Dabei kann vier Rennen vor dem Saisonende von einer Vorentscheidung noch nicht die Rede sein. Es sind noch 107 Zähler zu gewinnen. Die Tendenz ist dennoch eindeutig: Zum dritten Mal in Folge landete Verstappen vor Hamilton. Dabei ließ er seinen Rivalen auch auf Strecken hinter sich, auf denen er wie in Austin/Texas einen vermeintlichen Nachteil hatte. In der Höhenluft von Mexiko wurde er dagegen seinem Favoritenstatus gerecht. Konstanz, Cleverness und das derzeit beste Auto im Feld sind in der entscheidenden Saisonphase die Schlüssel zum Erfolg. »Verstappen wirkt auch unter Druck wie ein Veteran, nicht wie ein junger Mann, der erstmals um die WM kämpft«, schreibt der »Guardian« anerkennend.

Verstappen selbst verwies auch auf die »unglaubliche Geschwindigkeit« seines Red Bulls. Zu sehen war der Vorteil schon nach dem Start. Mit Leichtigkeit schob sich Verstappen an den beiden Mercedes-Boliden vorbei, nach der ersten Kurve war das Rennen fast schon gelaufen.

Die Stärke des Rivalen musste auch Hamilton anerkennen. Der Brite schwankte zwischen Respekt und Enttäuschung. »Ich konnte nichts machen, um dagegenzuhalten«, sagte er: »Sie haben ganz klar das schnellere Auto.« Man müsse nun jeden Stein umdrehen, um das Maximum aus dem eigenen Boliden herauszuholen.

Viel Zeit bleibt nicht. Schon am kommenden Wochenende steht das 19. Saisonrennen in Brasilien auf dem Programm. Die Strecke in Interlagos gilt dabei ähnlich wie Mexiko als Red-Bull-Kurs. Die Wahrscheinlichkeit, dass Verstappen in der Fahrer-WM weiter davonzieht und Red Bull auch in der Konstrukteurs-WM die Führung erobert, ist auf dem Papier hoch. In der Teamwertung trennt beide Rennställe nur noch einen Punkt.

Mercedes glaubt in beiden Wertungen an seine Chance. »Nichts ist verloren, wir sind noch voll dabei«, sagte Motorsportchef Toto Wolff. In der prestigeträchtigeren Fahrer-Weltmeisterschaft ist der Druck dabei ungleich höher. »Wir müssen jetzt performen und vielleicht auf den Racing-Gott hoffen«, sagte Wolff in Mexiko. In dessen Gunst steht seit Längerem jedoch Max Verstappen.

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