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Florian Wirtz

Der Jüngste ist der größte Hoffnungsträger

  • VonSID
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(sid). Einen Lehrer hat Florian Wirtz diesmal nicht dabei. Die Abitur-Prüfungen hat der 18-Jährige schließlich hinter sich, bei der U21-EM kann er sich ganz auf den Fußball konzentrieren. Im März bei seinem Ausflug zur A-Nationalmannschaft war das noch anders. »So kurz vor dem Ende darf und will ich nicht aufgeben«, sagte das Toptalent von Bayer Leverkusen damals über das Büffeln im DFB-Hotel.

Nun aber gilt der Fokus ganz der U21, die am Montag (21 Uhr/ProSieben) gegen Dänemark um den Einzug ins EM-Halbfinale kämpft. In der Gruppenphase im Frühjahr hatte der Ruf von Joachim Löw einen Einsatz noch verhindert. Nun ist Wirtz zwar der Jüngste im Team, dafür aber der größte Hoffnungsträger. »Wir sind froh, dass er hier ist. Er wertet unseren Kader qualitativ extrem auf«, sagt DFB-Trainer Stefan Kuntz.

Mit einem Marktwert von 45 Millionen Euro sticht Wirtz auch im internationalen Vergleich heraus, bei der U21-EM werden nur die drei Franzosen Dayot Upamecano, Eduardo Camavinga (je 60,0) und Houssem Aouar (50,0) höher eingeschätzt. »Wir sind sehr froh, dass wir ein so großes Talent bei uns haben. Er bringt Dinge mit, die wir in unserem Kader nicht so abgedeckt haben«, sagt Kuntz. In der Tat war das größte Manko der Gruppenspiele das Kreieren von Chancen - die Abwehr dagegen stand meist sicher, das einzige Gegentor resultierte aus einem Lapsus von Schlussmann Finn Dahmen.

Kaum zu glauben: Als die Qualifikation für die U21-EM im Herbst 2019 begann, spielte Wirtz noch in der U19 des 1. FC Köln. Zwei Jahre später hätte er um ein Haar an der »großen« EM teilgenommen, doch auch mit der kleinen Ausgabe kann er gut leben. »Ich fühle mich bei der U21 total wohl. Und auch hier kann man Titel gewinnen«, sagt der seit drei Wochen volljährige Teenager.

Theoretisch dürfte Wirtz auch 2023 und 2025 noch an der U21-EM teilnehmen. Bis dahin soll es dann aber doch das A-Team sein. »Florian Wirtz ist außergewöhnlich gut in seinem Jahrgang. Er wird seinen Weg bei der Nationalmannschaft mit Sicherheit machen«, sagt auch Löw. Seine Nichtberücksichtigung sei »keine Entscheidung gegen Florian Wirtz« gewesen, betonte der Bundestrainer.

Löw hofft vielmehr, dass Wirtz bei der U21 in »die Rolle reinwächst«. Heißt: Auch als »Benjamin« der deutschen Mannschaft soll er lernen, Verantwortung zu übernehmen und auf dem Platz den Unterschied zu machen. Am besten schon am Montag gegen Dänemark. FOTO: IMAGO

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