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Auch der starke Goalie Mathias Niederberger kann die erste Niederlage der DEB-Auswahl nicht verhindern.

Der erste Dämpfer

  • VonSID
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Im vierten WM-Spiel hat die deutsche Mannschaft die erste Niederlage kassiert. Nach dem 2:3 gegen Kasachstan fehlt der DEB-Auswahl noch ein Sieg zum Viertelfinale.

Ein brutaler Check gegen den Kopf warf Jungstar Lukas Reichel schon früh aus dem Spiel, ein umstrittener Penalty im Schlussdrittel kostete die Führung: Nach ihrem WM-Traumstart haben die deutschen Eishockey-Nationalspieler einen schmerzhaften Rückschlag erlitten. Mit den Schiedsrichtern wollten sie aber nicht hadern. »Wir versuchen, uns nicht auf Fehlentscheidungen zu konzentrieren«, sagte Torschütze Markus Eisenschmid nach dem bitteren 2:3 (0:0, 2:1, 0:2) gegen den starken Aufsteiger Kasachstan.

»Es liegt nicht in unserer Hand, wir sind keine Schiedsrichter«, ergänzte Verteidiger Moritz Seider mit Blick auf strittige Szenen. Das frühe Aus für Reichel nach einem nicht geahndeten Foul hatte die Sturmreihen durcheinandergewirbelt, der Penalty zum zwischenzeitlichen 2:2 die Partie gekippt. So riss die Siegesserie zwei Tage nach dem 3:1 gegen Kanada, der Kampf ums Viertelfinale könnte zum Nervenspiel werden.

Bundestrainer Toni Söderholm ärgerte sich vor allem über Reichels K.o: »Es ist jetzt der dritte Check gegen den Kopf im vierten Spiel«, sagte der Finne und fügte an: »Es hilft uns nichts, dass ein Spieler im Nachhinein gesperrt wird.« Wie schwer der 19-Jährige verletzt ist, konnte Söderholm noch nicht sagen: »Aber ich werde da kein Risiko fahren.« Das Ausnahmetalent Reichel hatte bisher zu den auffälligsten deutschen Spielern gehört.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) benötigt aller Voraussicht nach noch einen Sieg, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Die letzten Gegner in der Vorrunde sind am Samstag (19.15 Uhr) Titelverteidiger Finnland, am Montag (15.15 Uhr) die USA und am Dienstag (19.15 Uhr/alle Sport1) Gastgeber Lettland.

Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl (30.) und der Mannheimer Eisenschmid (35.) hatten das deutsche Team nach dem Rückstand durch Alexander Schin (27.) mit 2:1 in Führung gebracht - alles sah nach dem vierten Erfolg und dem nächsten Schritt auf dem Weg zur ersten WM-Medaille seit 1953 aus. Dann entschieden die Unparteiischen nach einem Foul von Kapitän Moritz Müller auf Penalty, obwohl es keine eindeutige Torchance war.

Roman Startschenko glich aus (41.), kurz vor Ende besiegelte Pawel Akolsin (56.) die erste Turnierniederlage. »Am Schluss war das Glück nicht auf unserer Seite«, meinte Abwehrspieler Marco Nowak und forderte: »Das müssen wir abhaken und nach vorn schauen.«

In der Offensive hatte die DEB-Auswahl wenig Platz, die Kasachen verteidigten sehr kompakt. Im zweiten Drittel überwand das deutsche Team besser diesen Abwehrriegel. Außerdem traf Matthias Plachta (34.), doch der Mannheimer jubelte zu früh: Sein vermeintlich vierter Turniertreffer wurde nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen. Bei Eisenschmids Treffer forderte Kasachstan erneut den Videobeweis an, diesmal jedoch war Vorbereiter Seider regelkonform ins Angriffsdrittel gelaufen.

Zwei Stunden vor dem Spiel war NHL-Stürmer Dominik Kahun in Riga eingetroffen. Der 25-Jährige, der mit den Edmonton Oilers in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden war, hatte Söderholm sofort seine Zusage gegeben und war noch am Dienstag in den Flieger nach Lettland gestiegen. Weil er nach der Ankunft zunächst in Quarantäne muss, könnte Kahun frühestens in den beiden letzten Vorrundenspielen zum Einsatz kommen.

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