Der Countdown tickt in Tokio

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(sid). Die Verschiebung war historisch, der Ausschluss ausländischer Fans beispiellos und die landesweite Ablehnung hartnäckig: Während das Coronavirus um den Globus raste, wuchsen die Zweifel an den Olympischen Spielen in Tokio. Vier Wochen vor der Eröffnungsfeier am 23. Juli überschatten die Bedenken noch immer die Vorfreude, doch die Ziellinie ist in Sicht - und das ist ein lange kaum für möglich gehaltener Erfolg.

»Wir befinden uns voll in der Realisierungsphase«, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Der Herr der Ringe war mit dem unerschütterlichen Glauben an die Spiele, den er öffentlich zur Schau stellte, vorangegangen. Bach hatte keine Zweifel zugelassen, ebenso wenig seine japanischen Verbündeten um Premierminister Yoshihide Suga. Die Sommerspiele werden zwar nicht zum Triumph der Menschheit über das Virus, wie es die olympische Familie gerne verkündet hätte, doch die Fernseh-Milliarde kann fließen. Der Weltsport atmet auf.

Bach drückt es natürlich anders aus. »Die ersten Athleten kommen in Tokio an, sie sind bereit, ihren olympischen Traum Realität werden zu lassen«, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zuletzt. Die Sportlerinnen und Sportler sind gezwungen, ihre Vorstellungen anzupassen, die Pandemie wird die Olympischen Spiele bis zur Unkenntlichkeit entstellen. Und sie birgt trotz aller Maßnahmen große Risiken, vielleicht sogar größere, als die Austragung im Sommer 2020 bereitgehalten hätte.

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