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Der BVB schiebt Frust

Durch das bittere Aus in der Königsklasse hat Borussia Dortmund das erste Saisonziel verpasst. Die Folgen könnten weitreichend sein. Die Lust auf die Europa League hält sich in Grenzen. Bei RB Leipzig löste die Aussicht auf den »kleinen« Europapokal eine ganz andere Reaktion aus.

Bei Borussia Dortmund um Kapitän Marco Reus (Foto) war die Stimmung nach dem Aus in der Champions League tief im Keller, bei RB Leipzig wuchsen nach der Gala dagegen bereits Titelträume. Die Aussicht auf ein Überwintern in der Europa League löste bei den Fußball-Bundesligisten nach gegensätzlichen Leistungen auch höchst unterschiedliche Reaktionen aus.

Bei Dortmunds Trainer Marco Rose saß der Stachel der Enttäuschung tief. »Das ist ein Einschnitt«, klagte der frustrierte Coach nach der folgenschwersten Niederlage seiner kurzen Amtszeit. Das bittere Vorrunden-Aus in der Königsklasse durch das 1:3 (0:2) bei Sporting Lissabon hatte nicht nur bei Rose Spuren hinterlassen - es könnte weitreichende Konsequenzen haben. »Es ist nicht nur finanziell, sondern auch sportlich und auch vom Image ein Rückschlag«, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor dem Rückflug: »Es tut im Moment nur weh.«

Haaland wohl nicht zu halten

Die Chancen auf einen Verbleib von Sturmjuwel Erling Haaland im Sommer sind angesichts einer Ausstiegsklausel ohnehin schon minimal. Dass der derzeit so schmerzlich vermisste Norweger mit der eingebauten Torgarantie nach der Winterpause nur noch in der für den BVB ungeliebten Europa League aufläuft, dürfte ihm überhaupt nicht schmecken.

Auch für seine Mitspieler ist der Abstieg aus der Beletage des europäischen Fußballs schwer zu verdauen. »Das wirft uns in unserer Entwicklung zurück, weil wir einfach nicht lernen«, sagte der verärgerte Kapitän Marco Reus bei DAZN nach einem »beschissenen Abend«. Dabei war der Gegner alles andere als furchteinflößend. Sporting wurde erst durch die BVB-Fehler so richtig angestachelt und bestrafte diese mit den weiteren Toren von Pedro Goncalves (39.) und Pedro Porro (81.). »Wir haben zu leichte Gegentore bekommen«, brachte es Rose auf den Punkt. Die Rote Karte von Emre Can nach einer versuchten Tätlichkeit (74.) hinderte beim Versuch einer Aufholjagd zusätzlich. Der Treffer von Donyell Malen kam zu spät (90.+3).

RB befand sich dagegen im Stimmungshoch. Das 5:0 (4:0) beim FC Brügge war der höchste Europapokalsieg der Klubgeschichte - und er war nicht erwartbar gewesen. Die positiven Corona-Tests von Trainer Jesse Marsch und Kapitän Peter Gulacsi hatten die Vorbereitung auf das »Finale um Platz drei« massiv gestört.

RB beeindruckt durch Mentalität

Die Reaktion der Mannschaft fiel dennoch beeindruckend aus. »Wir waren als Team sehr geschlossen. Corona hat - wenn ich das im Nachgang betrachte - die Mannschaft dazu gebracht, für den anderen zu kämpfen und zu arbeiten«, sagte Co-Trainer Achim Beierlorzer, der Marsch an der Seitenlinie vertreten hatte.

Vor allem in der ersten Halbzeit ließ RB den völlig überforderten Belgiern keine Chance. Man habe »ein Feuerwerk« auf dem Platz abgebrannt, sagte Mittelfeldspieler Kevin Kampl. Christopher Nkunku (12.), Forsberg (17., Foulelfmeter/45.+1) und André Silva (27.) sorgten schon vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse. Nkunku (90.+3) setzte auch den Schlusspunkt. Spielerisch zeigte RB eine der besten Saisonleistungen. In einem anderen zentralen Bereich ragten die Sachsen aber noch stärker heraus: der Mentalität.

Leipzig zog in der Tabelle der Gruppe A an den Belgiern vorbei und hat den direkten Vergleich klar gewonnen. Im letzten Gruppenspiel am 7. Dezember gegen Manchester City könnte RB unter Umständen sogar eine Niederlage zum Einzug in die Europa League reichen. Für Leipzig wäre das in der schweren Gruppe ein Erfolg. Für den BVB ist es eine Enttäuschung. FOTO: AFP

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