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Den dritten Sieg in seinem dritten Spiel als Bundestrainer will Hansi Flick heute in Reykjavik bejubeln.

Den Lauf fortsetzen

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Für Hansi Flick ist das WM-Qualifikationsspiel heute Abend auf Island der Abschluss seiner ersten Länderspielphase. Der Fußball-Bundestrainer will im dritten Spiel unter seiner Verantwortung den dritten Sieg. Sein Team soll dabei an die starke Leistung aus der Armenien-Partie anknüpfen.

Hansi Flick musste schmunzeln: Die isländische Medienszene hatte ihn ertappt. Ihn, den Fleißarbeiter, der berühmt ist fürs Analysieren und Auskundschaften aller Gegner. Doch die Namen von Spielern, von fehlenden oder von denen, auf die es ankommen wird am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) im WM-Qualifikationsspiel in Reykjavik? »Es ist die Mannschaft, die wir kennen«, sagte der deutsche Bundestrainer. »Und wir wissen, dass sie sich im Umbruch und Neuaufbau befindet. Wir sind aber vor allem auf uns fokussiert, ein Großteil der Trainingsinhalte ist auf unser Spiel gerichtet. Es geht um unsere Qualität, und da ist es nicht so wichtig, wer uns gegenübersteht.«

Grundsätzliches hat er seinen Leuten schon erzählt. Leon Goretzka erwartet, »dass Island Antworten auf unsere Flanken finden wird und wir daher eine Lösung am Boden finden müssen«. Genaueres sollte dann am Spieltag in Island besprochen werden. Auch mit Spielernamen.

Flick wollte mit dem vorhandenen 25er-Kader am Dienstagnachmittag in den Norden Europas mit einer komplett anderen Wetterlage fliegen, er hatte vor, das Gemeinschaftserlebnis fortzuführen. Dann jedoch meldetet sich Marco Reus als angeschlagen. »Leichte Knieprobleme«, vermeldete Flick bei dem Dortmunder, der am Sonntag beim 6:0 gegen Armenien ein feines Spiel abgeliefert hatte.

Ohne Reus und Baku nach Reykjavik

»Einen Tag länger Zeit, und er wäre fit geworden.« Also entließ er ihn vorzeitig und ohne Island-Reise zum Verein - bei Ridle Baku verfuhr er ebenso. »Wir dürfen nur 20 Feldspieler plus drei Torhüter fürs Spiel nominieren.« Es hätte also einen 24. Mann gegeben, der den Hin- und Rückflug nur für einen Platz auf der Tribüne hätte auf sich nehmen müssen. Flick nahm kurz »die Sicht eines Vereinstrainers« ein, »und für den wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, wenn wir diesen Spieler mitgenommen hätten«. Es erwischte dann eben den Wolfsburger Ridle Baku. »Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun«, versicherte Flick (Baku hatte beim 2:0 gegen Liechtenstein rechts verteidigt), »aber wir als Trainerteam müssen eine Entscheidung treffen«. Flick hat inklusive des dritten Torwarts Kevin Trapp fünf Spieler, die er in keiner seiner ersten beiden Partien einsetzte. Ob es noch Spielzeiten für sie geben wird, das kann sich spontan entscheiden, je nach Verlauf des Abends in Island. »Der Fokus liegt eindeutig darauf, dieses Spiel zu gewinnen.«

Klar, denn dann dürfte der neue Bundestrainer die erste Maßnahme seiner Amtszeit mit dem Gefühl der Zufriedenheit abschließen. Neun Punkte wären das Maximum, die am Sonntag den Armeniern abgeluchste Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe wäre verteidigt. Überhaupt nicht ins Bild passen würde nach der Steigerung vom Liechtenstein-2:0 zum Armenien-6:0 eine Niederlage. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr 100. WM-Qualifikationsspiel, der Wettbewerb ist die Königsdisziplin über Generationen hinweg. Nur drei Matches wurden in all den Jahrzehnten verloren, kein einziges auswärts.

Flick ist guter Dinge, dass seine Mannschaft den Lauf, den sie in Stuttgart aufgenommen hat, in Reykjavik fortsetzen wird. Er glaubt, den Spaß am neuen Spielstil im Training zu spüren.

Vor der Aufgabe in Island wurde auch innerhalb des deutschen Teams über den legendären Wut-Auftritt des damaligen Teamchefs Rudi Völler nach dem 0:0 von 2003 im Fernsehstudio gesprochen, er ist auch der Generation Youtube vertraut. Leon Goretzka bringt das Damals und Jetzt geschickt zusammen: »Wir sollten zusehen, dass Hansi nicht in eine ähnliche Situation gerät.«

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