"Deutsche Bank Park" heißt das Areal rund um das Frankfurter Fußball-Stadion ab dem 1. Juli. FOTO: DPA
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"Deutsche Bank Park" heißt das Areal rund um das Frankfurter Fußball-Stadion ab dem 1. Juli. FOTO: DPA

Ein Deal mit Geschichte

  • vonred Redaktion
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Eintracht Frankfurt hat einen neuen Namenssponsor für seine Heimstätte gefunden, die künftig "Deutsche Bank Park" heißt. Mit dem Geldhaus ist ein Vertrag über sieben Jahre vereinbart worden, der dem Verein Millionen einbringen, aber auch strategische Vorteile mitbringen soll.

Am Mittwoch ging es im Pressekonferenzraum von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ausnahmsweise mal nicht um das Coronavirus - sondern um einen millionenschweren Deal mit der Deutschen Bank. "Das ist ein großer Schritt, der uns auch Planungssicherheit gibt", sagte Marketingchef und Vorstand Axel Hellmann. Man könnte sagen: Es ist ein Meilenstein.

Die Deutsche Bank, sehr wohl krisengeschüttelt, macht in den kommenden sieben Jahren gemeinsame Sache mit der Eintracht, sie wird dabei in erster Linie als Namensgeber des Areals im Stadtwald in Erscheinung treten, es soll auf den Namen "Deutsche Bank Park" hören.

Die Eckdaten des für die Eintracht außergewöhnlichen Deals sind eine gewisse Sicherheit in der Phase der Unsicherheit, gerade aber für eine langfristige Perspektive durchaus von Bedeutung: Der Abschluss wird dem Bundesligisten zwischen fünf und sechs Millionen Euro jährlich in die Kasse spülen, erfolgsabhängige Parameter spielen mit eine Rolle.

Zum Vergleich: Die Commerzbank, die seit 15 Jahren die Namensrechte am Stadion hält, zahlte rund 4,2 Millionen Euro, von denen aber nur etwa eine Million bei der Eintracht hängen blieb, der restliche Anteil floss in die Stadtkasse. Nun wird das anders sein, die Frankfurter vermarkten sich selbst und betreiben die Arena ab Sommer in Eigenregie. Für den Verein ist auch das ein Quantensprung.

Das Engagement des Geldgebers bezieht sich auf das gesamte Gebiet, das im Zeichen des Adlers steht, es umfasst aber auch Breitensportangebote. Es lässt sich ein bewusst gewählter historische Bezug herstellen: Der Sportpark im Stadtwald war 1925 aus der Taufe gehoben worden und umfasste nicht nur das Stadion, sondern auch andere Sportstätten, unter anderem die Radrennbahn. Nun soll die Stätte wieder bürgernäher werden, zum Beispiel als Startpunkt für Lauftreffs dienen. Das Stadion wird aber, wie Hellmann sagte, "der Mittelpunkt des Ganzen sein, es ist der Kern der Partnerschaft, die Arena bildet das Rückgrat. Sie ist ein digitaler Leuchtturm".

Es ist bisher nicht beschlossen, wie die Arena an sich heißen wird, möglich ist, dass das Oval in Anlehnung an den alten Namen und den Wunsch der Fans "Waldstadion im Deutsche-Bank-Park" genannt werden soll. Offiziell gibt es dazu keine Verlautbarungen.

Die Partnerschaft mit dem 150 Jahre alten Kreditinstitut ist zunächst auf sieben Jahre ausgelegt, es gibt aber sehr wohl Bestrebungen, diese Kooperation auszudehnen und noch sehr viel länger aufrechtzuerhalten, eine entsprechende Option ist vertraglich verankert. Für die Eintracht ist die Partnerschaft ein wichtiger Baustein für die Zukunft, wirtschaftlich, aber genauso symbolisch, wie Vorstand Hellmann findet: "Die Deutsche Bank ist eine Top-Marke und ein deutsches Flaggschiff."

Im Zuge der Partnerschaft wird die Digitalisierungs-Offensive verstärkt, es wird eine Möglichkeit geben, nicht nur mit Bargeld zu bezahlen. Das soll nicht nur im Stadion gelten. "Mobiles Bezahlen wird ein entscheidender Faktor sein", sagte Hellmann. Und: Das Stadion wird, nicht sofort, aber sukzessive, umgerüstet. Die blauen Sitze in der Arena sollen der Vergangenheit angehören. Schwarz, Weiß und Rot sollen das Erscheinungsbild prägen. "Das zeigt die Nähe zu Eintracht Frankfurt."

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