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"Datenklau-Affäre": Neue Vorwürfe gegen Eintracht

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(sid). Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt sieht sich in der "Datenklau-Affäre" um die vermeintliche Spionage bei Konkurrent RB Leipzig mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Wie das Unternehmen International Soccer Bank (ISB), das die betroffene Scouting-Plattform betreibt, dem Bayrischen Rundfunk bestätigte, könnte das Ausmaß des Daten-Diebstahls deutlich größer sein als bisher angenommen.

Vor allem die Annahme, dass ein inzwischen entlassener U17-Trainer der Eintracht allein verantwortlich für den unberechtigten Zugriff auf die Nachwuchs-Scouting-Datenbank war, wird von ISB-Geschäftsführer Jürgen Kost bezweifelt. "Ich kann hier nur Widerspruch erheben", sagte er: "In Anbetracht der Vielzahl der Zugriffe ist es schwer vorstellbar, dass hier eine einzelne Person tätig war." Über 5600 Abrufe seien allein aus der Geschäftsstelle des hessischen Klubs erfasst worden, darunter auch solche auf Profile hochkarätiger Profi-Talente außerhalb des Junioren-Bereichs. Zudem sei der Datendiebstahl durch eine Aussage des Chefscouts der Eintracht aufgeflogen, der gegenüber einem RB-Kollegen von den Zugriffen sprach.

Die Eintracht hatte am Montag Presseberichte bestätigt, wonach der Account eines ehemaligen Leipzig-Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum unerlaubt von dem Frankfurter Jugendtrainer genutzt worden war. Einen Zusammenhang zwischen den Zugriffen auf die Datenbank und Spielerverpflichtungen sahen beide Klubs allerdings nicht. Die ISB hat wegen der Vorgänge am Landgericht Frankfurt Klage gegen die Eintracht eingereicht.

Erfreuliche Nachrichten kamen unterdessen von der UEFA: Nach dem glanzvollen Sturmlauf bis ins Halbfinale der Europa League sind gleich fünf Spieler von Eintracht Frankfurt von der UEFA in das 18-köpfige "Team des Jahres" berufen worden. Von der Eintracht wurden Torwart Kevin Trapp, Abwehrchef Makoto Hasebe, die beiden Außenbahnspieler Danny da Costa und Filip Kostic sowie Torjäger Luka Jovic berücksichtigt.

Nur Titelgewinner FC Chelsea, an dem die Hessen in der Vorschlussrunde erst im Elfmeterschießen gescheitert waren, stellt mit acht Profis ein größeres Kontingent. Vom unterlegenen Finalgegner FC Arsenal sind drei Profis dabei, Frankfurts Viertelfinalrivale Benfica Lissabon stellt zwei Akteure.

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