Simon Terodde (2. v. r) wird nach seinem Doppelpack von seinen HSV-Kollegen gefeiert. FOTO: DPA
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Simon Terodde (2. v. r) wird nach seinem Doppelpack von seinen HSV-Kollegen gefeiert. FOTO: DPA

Dank Terodde das Maß der Dinge

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(dpa). Die 2. Liga ist sein Revier. Wenn Simon Terodde Treffsicherheit beweist, wird der Bundesliga-Aufstieg für seinen Club wahrscheinlich. Durch den Doppelpack zum 3:1-Erfolg von Spitzenreiter Hamburger SV gegen die Würzburger Kickers ist der 32-Jährige zum drittbesten Torjäger der Zweitliga-Geschichte aufgestiegen. Mit 124 Toren liegt Terodde nur noch hinter Dieter Schatzschneider (153) und Karl-Heinz Mödrath (150). Da schwärmte selbst der Würzburger Trainer: "Tormaschine Terodde ist eine Top-Verpflichtung", lobte Marco Antwerpen.

Die Serie von Terodde ist ungewöhnlich. Dreimal war der HSV-Angreifer Torschützenkönig in der 2. Liga: 2015/16 mit 25 Treffern für den VfL Bochum, 2016/17 mit 25 Treffern für den VfB Stuttgart und 2018/19 mit 29 Treffern für den 1. FC Köln. Stuttgart und Köln sind danach aufgestiegen. HSV-Coach Daniel Thioune zählt aber nicht nur auf Teroddes Treffsicherheit. "Mit Simon haben wir menschlich und sportlich einen Gewinn. Er zündet die Jungs ein bisschen an", sagte der Coach. Nach dem 0:1-Rückstand gelang Terodde der glückliche Ausgleichstreffer. "So ein Dreckstor braucht man einfach mal", sagte der Matchwinner, der auch das 2:1 erzielte.

Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel haben sich Hamburger nun schon fünf Punkte von dem ersten Konkurrenten abgesetzt. Damit ist die Thioune-Elf für die nächste Partie bestens gewappnet: Am nächsten Freitag steht das Derby gegen den FC St. Pauli an.

Der VfL Bochum verbesserte sich am Sonntag durch einen 2:0-Heimsieg gegen Erzgebirge Aue auf den fünften Platz. Die Treffer für die Revierelf erzielten Robert Zulj (74. Minute) und Silvère Ganvoula (82.). In den anderen beiden Spielen trennten sich der 1. FC Heidenheim und der VfL Osnabrück sowie der SV Sandhausen und der SC Paderborn jeweils 1:1.

Einen wie Terodde könnte auch Fortuna Düsseldorf gut gebrauchen - dort spielte der Zweitliga-Spezialist vor mehr als zehn Jahren sogar auch mal kurzzeitig. Der Bundesliga-Absteiger ist nach dem 0:3 bei Hannover 96 und der dritten Saisonniederlage in die Abstiegszone gerutscht und weit von seinen ambitionierten Zielen entfernt. Trainer Uwe Rösler sprach zwar davon, dass der Matchplan aufgegangen sei, doch in der Offensive hatte sein Team so gut wie gar nichts zu bieten. Somit bleibt auch die Bilanz des Nachfolgers von Friedhelm Funkel sehr bescheiden. In nunmehr 20 Erst- und Zweitligaspielen gelangen den Düsseldorfern unter Rösler nur drei Siege. Der Trainer fühlt sich weiterhin sicher in seinem Amt: "Ich spüre Vertrauen."

Markus Anfang war unterdessen unzufrieden. Nach der bitteren Schlussphase, in der Darmstadt 98 am Samstag trotz sicherer 2:0-Führung noch 2:2 gegen den FC St. Pauli spielte, zog der Trainer der Lilien ein ernüchtertes Zwischenfazit. "Es ist enttäuschend, weil wir uns schon ausgemalt haben, dass wir in den ersten Spielen mehr Punkte holen können", sagte Anfang. Mit fünf Zählern aus den ersten vier Zweitliga-Partien lässt sich Darmstadts Start höchstens als durchwachsen bezeichnen. Die späten Gegentore von Rico Benatelli (80.) und Rodrigo Zalazar (Foulelfmeter, 90.+5) trübten dabei am Samstag ein ordentliches Gesamtbild. Eng verbunden ist der leichte Aufwärtstrend der Hessen mit dem Leistungsanstieg von Torjäger Serdar Dursun. Zum Saisonstart noch eher schwach, präsentierte sich der 29-Jährige bereits beim 3:2-Sieg in Nürnberg deutlich verbessert und erzielte einen Treffer. Und nun gelang dem gebürtigen Hamburger ausgerechnet gegen St. Pauli mit einem Foulelfmeter (45.) und einem Kopfballtreffer (76.) ein Doppelpack.

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