Coronavirus hält Sport in Atem

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(sid). Die Hallen-WM der Leichtathleten in Nanjing? Abgesagt. Der Start der chinesischen Fußball-Liga? Bis auf Weiteres verschoben. Das Formel-1-Rennen in Shanghai? Wackelt. Und die Olympischen Spiele in Tokio? Ein knappes halbes Jahr vor dem Megaevent in Japan nehmen die Sorgen zu. Der grassierende Coronavirus mit jetzt schon mindestens 170 Toten hält zunehmend auch den Sport in Atem.

"Maßnahmen gegen ansteckende Krankheiten sind ein wichtiger Bestandteil der Pläne" des Organisationskomitees "Tokyo 2020" in Japan, "um sichere Spiele auszurichten", teilte das IOC auf Anfrage mit. Das OK werde "weiterhin mit allen relevanten Organisationen zusammenarbeiten, die das Auftreten von Infektionskrankheiten sorgfältig überwachen, und alle erforderlichen Gegenmaßnahmen mit allen relevanten Organisationen prüfen." Zudem stehe das IOC mit der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie eigenen medizinischen Experten in Kontakt.

Trotz der beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen der chinesischen Behörden breitet sich die Lungenkrankheit weiter aus. Aus Angst vor weiteren Ansteckungen hat der chinesische Fußballverband CFA erst einmal alle Spiele im Land ausgesetzt, der eigentlich für den 22. Februar geplante Saisonstart verzögert sich.

Auch das Formel-1-Rennen in China ist in Gefahr. Eigentlich sollen Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. am 19. April in Shanghai ihre Runden drehen. Doch im Weltverband FIA werde man, wenn notwendig, "alle Schritte einleiten, um die globale Motorsport-Gemeinschaft und die Öffentlichkeit zu schützen", wie es in einer Mitteilung hieß. Die Situation werde genau beobachtet.

Mit der Formel 1 würde sich die Liste der Sportarten verlängern, die sich wegen der Epidemie zum Handeln gezwungen sehen. Der Leichtathletik-Weltverband hatte die für den 13. bis 15. März in Nanjing geplante Hallen-WM am Mittwoch abgesagt. "Die Entscheidung ist hinsichtlich der Gesundheit der Athleten und Betreuer die richtige", sagte Idriss Gonschinska, Generaldirektor Sport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Auch der Ski-Weltverband FIS hatte die alpinen Weltcups auf den Pisten von Yanqing (nun in Saalbach/Österreich) gestrichen, zudem wurden unter anderem Olympia-Qualifikationen im Basketball verlegt.

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