Fußballprofi Toni Dovale wollte nur seine Eltern besuchen. Nun arbeitet er in ihrer Apotheke in La Coruna. FOTO: AFP
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Fußballprofi Toni Dovale wollte nur seine Eltern besuchen. Nun arbeitet er in ihrer Apotheke in La Coruna. FOTO: AFP

In der Corona-Hölle

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(sid). Eigentlich wollte er nur kurz in den Heimaturlaub nach Spanien. Ein paar Tage die Familie in La Coruna besuchen, dann wieder zurück nach Thailand. Doch das Schicksal hatte etwas anderes vor mit Toni Dovale, dem Weltenbummler in Sachen Fußball. Denn in Spanien brach die Hölle los: Das Coronavirus wütete. Inzwischen ist das ganze Land betroffen. Rund 88 000 mit dem Virus Infizierte, mehr als 7700 Tote.

Angesichts dieser alarmierenden Zustände änderte Dovale seine Pläne, er kehrte nicht zum Zweitligisten Navy FC nach Asien zurück, sondern tauschte seine Fußballschuhe gegen den weißen Kittel. Der 29-Jährige ist Pharmazeut. Sein Wissen frischte er wieder auf und kämpft seitdem an vorderster Front gegen die Pandemie, täglich in der elterlichen Apotheke.

Nur mit Handschuhen und ohne Maske steht er hinter dem Ladentisch. Damit setzt sich Dovale wissentlich allen Gefahren aus. "Wir sind in einer wirklich beängstigenden Situation", sagt Dovale, der 2017 in der Primera Division für CD Leganes aufgelaufen war. Aber er lässt sich davon nicht aufhalten: "Unser Verhalten in komplizierten Situationen macht uns aus. Ich jedenfalls schiebe meine Angst beiseite und helfe, wo ich kann." Und das ist schwierig genug, es fehlt in Spanien an vielen notwendigen Utensilien. "Wir benötigen einfache Sachen wie Thermometer, Schmerzmittel, Handschuhe und Handwaschmittel", sagt Dovale. Das Einzige, wovon er genügend hat, ist seine Freundlichkeit.

Seine Kraft holt er sich wie viele andere Sportler weltweit auch: mit Training in den eigenen vier Wänden. "Ich fange um 7 Uhr an, springe über Möbelstücke und nehme mir sonst, was ich fürs Training kriegen kann, etwa leere Wasserflaschen", berichtet Dovale, "und dann geht es die Treppe runter in die Apotheke." Und natürlich hofft er, dass sich alles bald zum Besseren wendet und sich sein Wunsch erfüllt: "Ich möchte in mein normales Leben zurück und Fußball spielen."

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