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Coman brilliert nach Hymnen-Chaos

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(sid). Vom peinlichen Hymnen-Chaos ließ sich Kingsley Coman nicht beirren. Der Bundesliga-Star von Bayern München brillierte beim 4:1 (2:0) von Fußball-Weltmeister Frankreich im Stade de France von St. Denis gegen Albanien und wurde nach seinem ersten Doppelpack (8./68.) für die Equipe Tricolore als "King" Coman gefeiert.

"Es war ein gutes Spiel - für mich persönlich, aber auch für die ganze Mannschaft", sagte der 23-Jährige nach seinem Gala-Auftritt, "unsere harte Arbeit wurde belohnt". Coman machte neben Lucas Hernandez, Benjamin Pavard und Corentin Tolisso das Bayern-Quartett in der Start-Elf von Les Bleus perfekt.

Vergessen war nach dem Abpfiff das Theater um die falsche Hymne der Albaner vor dem Anpfiff. Statt der Nationalhymne der Skipetaren wurde die von Andorra, am Dienstag Gegner des WM-Champions wiederum im Stade de France, gespielt. Die Pfiffe der albanischen Fans machten die Stadionverantwortlichen darauf aufmerksam, dass irgendetwas nicht stimmen konnte.

Der Stadionsprecher berichtete zunächst "von technischen Problemen", um dann die Realsatire komplett zu machen, indem er sich "bei den Anhängern aus Armenien" (!) entschuldigte. Schließlich wurde doch die albanische Hymne gespielt, sodass die Partie mit fünfminütiger Verzögerung angepfiffen werden konnte. Mit aufmunterndem Applaus bedachten albanische und französische Fans die richtige Hymnen-Wahl.

Der albanische Nationaltrainer Edoardo Reja hatte seiner Mannschaft die Anweisung gegeben, "solange nicht zu spielen, bis die richtige Hymne zu hören ist". Der französische Verbandspräsident Noel Le Graet entschuldigte sich persönlich bei seinem albanischen Amtskollegen. "So etwas darf eigentlich nicht passieren, ist aber passiert", betonte Weltmeister-Trainer Didier Deschamps, der sich ebenfalls für den Fauxpas entschuldigte und für das Verhalten der Gäste Verständnis zeigte, angesichts des Hymnen-Chaos zunächst nicht spielen zu wollen: "Ich kann das total nachvollziehen!"

Ähnlich eindrucksvoll wie Coman war auch die Vorstellung von Englands Kapitän Harry Kane, dem beim 4:0 (1:0) gegen Bulgarien ein Dreierpack (24./50., Foulelfmeter/73., Foulelfmeter) gelang. Der Goalgetter von Tottenham Hotspur zog in der ewigen Torjägerliste der Three Lions an Englands WM-Held von 1966, Geoff Hurst, vorbei.

"Das macht mich besonders stolz", bekannte Kane. Außerdem ist der WM-Torschützenkönig der erste englische Spieler seit Gary Lineker, dem in den ersten 40 Länderspielen 25 Treffer gelangen. Aufseiten des Fußball-Mutterlandes wurde der Dortmunder Jadon Sancho in der 71. Minute eingewechselt.

Nächster Gegner der Three Lions ist am Dienstag das Überraschungsteam Kosovo, das Tschechien mit 2:1 (1:1) niederrang und seit 15 Spielen ungeschlagen ist. Die Engländer sind jetzt sogar in 42 WM- und EM-Ausscheidungsspielen in Folge ohne Pleite geblieben. Einen erlösenden 4:2 (1:0)-Erfolg in Serbien feierte derweil EM-Titelverteidiger Portugal. Superstar Cristiano Ronaldo (80.) erzielte in seinem 158. Länderspiel sein 89. Tor für den Europameister, der erst im dritten Spiel den ersten Sieg in der EM-Quali einfahren konnte.

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