Jochen Rindt
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Jochen Rindt

Ein charismatischer Draufgänger

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(dpa). Eine auffällige Nase, die Sonnenbrille, ein verschmitztes Lächeln, ein schlaksiger Gang: lässig, selbstbewusst, charismatisch kam Jochen Rindt daher. Ein Draufgänger, sobald er in einem Rennwagen saß. Jochen Rindt verfolgte in seiner Karriere ein Ziel: Er wollte Formel-1-Weltmeister werden.

Als Nina Rindt die von ihrem Mann ersehnte WM-Trophäe endlich entgegennimmt, ist er schon seit zwei Monaten tot. "Es war seine Leidenschaft. Er hat das gemacht, was er liebte", sagte sie einmal. Am 5. September 1970 wird diese Leidenschaft zu Jochen Rindts Verhängnis. Im Training zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückt er tödlich. In der Parabolica kracht Rindt mit seinem Lotus 72 in die Leitplanken. Ursache: eine gebrochene Bremswelle vorne rechts. Rindt wird nur 28 Jahre alt - und ist der erste und bislang einzige Fahrer, der posthum Formel-1-Weltmeister wird. In der ServusTV-Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" hob Schulfreund und heutiger Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko die Bedeutung Rindts für das Alpenland hervor. "Wir sind eine Skination, aber ich glaube, Jochen ist der populärste Sportler, den Österreich je hatte."

Dabei war Rindt kein Österreicher. Geboren wurde er am 18. April 1942 in Mainz. Sein Vater war Deutscher, seine Mutter Österreicherin. Als seine Eltern 1943 bei einem Bombenangriff in Hamburg ums Leben kamen, nahmen ihn seine Großeltern in Österreich zu sich. Er blieb Deutscher, doch fuhr er mit österreichischer Rennfahrerlizenz. In der Formel 1 fehlt ihm lange ein siegfähiges Auto. 1964 bestreitet er sein erstes von 60 Rennen. Erst 1969 kommt die Chance: Lotus-Chef Colin Chapman will ihn als Clark-Ersatz.

Im Jahr darauf gewinnt Rindt in Monaco nach einer Aufholjagd. In Zandvoort startet er eine Siegesserie. Doch der Feuertod seines Freundes Piers Courage überschattet den Erfolg. Es folgen erste Plätze in Clermont-Ferrand, Brands Hatch und beim Formel-1-Debüt des Hockenheimrings. Auf dem Österreichring scheidet er zwar aus. Dennoch hat er mit 45 Punkten als Führender alle Chancen auf den Titel.

Dann kommt die Monza-Tragödie. Bis zum vorletzten Rennen kann Ferrari-Pilot Jacky Ickx (75) seinen toten Rivalen noch abfangen. Eine Panne und Platz vier in Watkins Glen verhindern das. Der Belgier ist erleichtert. Jahre später erinnert er sich: "Das Schönste war zu erleben, wie der Weltmeistertitel dann doch noch an Jochen ging." FOTO: DPA

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