Andreas Sander bestätigt auch auf der Streif seine gute Form und wird im ersten Abfahrtsrennen des Wochenendes schließlich Fünfter. 	FOTO: AFP
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Andreas Sander bestätigt auch auf der Streif seine gute Form und wird im ersten Abfahrtsrennen des Wochenendes schließlich Fünfter. FOTO: AFP

Chaos-Rennen in Kitzbühel

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(dpa). Als die Ärzte den schlimm gestürzten Urs Kryenbühl noch im Ziel von Kitzbühel versorgten, war Ryan Cochran-Siegle schon mit dem Rettungshubschrauber weggeflogen worden. Die berüchtigte Streif hat auch 2021 für schwere Stürze gesorgt und das sportliche Ergebnis samt dem starken fünften Platz von Andreas Sander etwas in den Hintergrund gerückt. Der Schweizer Abfahrer Kryenbühl war am Freitag beim Zielsprung mit dem Kopf auf die Piste gekracht, US-Profi Cochran-Siegle hatte bei seinem Unfall ein Fangnetz durchbrochen.

Zuschauer sind wegen Corona 2021 nicht zugelassen. Das Drama auf der Streif aber blieb auch bei diesem Rennen, in dem neben Sander (+0,95 Sekunden) auch Romed Baumann als Achter (+1,51), Dominik Schwaiger als Zwölfter (+1,81) und einen Rang dahinter Josef Ferstl (+1,88) überzeugten, nicht aus. Die Abfahrt wurde nach mehreren Zwangspausen nach 30 Startern abgebrochen - das allerdings wegen Windes und schlechter Sicht.

Vor allem Kryenbühls Sturz schockte die Anwesenden und TV-Zuschauer. Der 26-Jährige hatte beim Zielsprung mit fast 150 Stundenkilometern das Gleichgewicht verloren und war mit dem Kopf auf die Piste aufgeschlagen.

»Der Sprung geht einfach zu weit«, sagte Sieger Beat Feuz, der seinen ersten Erfolg nach vier zweiten Plätze bei der wichtigsten Abfahrt im Weltcup nur eingeschränkt genießen konnte. Er gewann vor Matthias Mayer aus Österreich und dem Südtiroler Dominik Paris. »Der Sprung ist schon seit drei Tagen ein Thema. Ich bin 60, 70 Meter raus gesegelt«, sagte Feuz.

»Es war am Limit«, räumte Emmanuel Couder vom Weltverband Fis ein. Schon der Unfall von Podiumskandidat Cochran-Siegle war extrem. Der US-Profi verlor kurz vor dem Ziel in der berüchtigten Traverse die Kontrolle über die Ski und krachte mit voller Geschwindigkeit in ein Fangnetz. Durch den Aufprall - Cochran-Siegle drückte es kopfüber mit dem Rücken und den Nacken in die Begrenzung - durchbrach er das Netz und blieb dahinter liegen. Das US-Team gab ein paar Stunden später bekannt: Cochran-Siegle erlitt eine leichtere Halswirbelfraktur, er befinde sich aber schon wieder im Team-Hotel.

Die DSV-Asse konnten indes sportlich happy sein, Alpin-Chef Wolfgang Maier sprach von einem »historischen Teamergebnis«. »Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf«, sagte Sander, der das beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere egalisierte und weder in Kitzbühel noch bei einer Abfahrt je so weit vorne gelandet war. Heute (11.30 Uhr) steht auf der Streif schon wieder die nächste Abfahrt an.

Weidle Fünfte in Crans Montana

Skirennfahrerin Kira Weidle hat bei der Weltcup-Abfahrt in Crans-Montana ihr bestes Saisonergebnis egalisiert. Die 24-Jährige aus Starnberg kam am Freitag auf den fünften Platz. Als einzige deutsche Starterin lag Weidle auf verkürzter Strecke und bei starkem Wind eine knappe Sekunde hinter Siegerin Sofia Goggia. Die Italienerin setzte sich vor der Tschechin Ester Ledecka (+0,20 Sekunden) und Breezy Johnson aus den USA (+0,57) durch.

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