Ceferin nimmt Anstifter ins Visier

  • VonSID
    schließen

(sid). Der Putschversuch wurde zwar vorerst niedergeschlagen, doch “Business as usual„ ist für Aleksander Ceferin undenkbar. In einer Medienoffensive kurz vor dem Halbfinale der Champions League stellte der bissige UEFA-Boss klar: Insbesondere die Rädelsführer der zwölf Super-League-Separatisten werden nicht ungeschoren davonkommen.

“Jeder muss für das, was er getan hat, Konsequenzen übernehmen - und wir können nicht so tun, als wäre nichts passiert„, sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in der englischen “Mail on Sunday„. Einen Königsklassen-Ausschluss für die kommende Saison schloss der Slowene explizit nicht aus, wurde aber vor weiteren Beratungen “in den nächsten Tagen„ noch nicht konkret.

Er wolle nicht von einem “Disziplinarverfahren„ sprechen, aber jeder der zwölf beteiligten Top-Klubs müsse “auf unterschiedliche Art zur Verantwortung gezogen werden„. Auch das UEFA-Exekutivkomitee könne Entscheidungen treffen. “Wir werden sehen. Es ist noch zu früh, um das zu sagen„, äußerte Ceferin und verkündete in einem weiteren Interview mit der “Welt am Sonntag„: “Wenn sie zurückkehren wollen, dann müssen sie unsere Bedingungen akzeptieren.„

Der 53-Jährige unterteilte die zu verurteilenden Abtrünnigen in drei “sehr unterschiedliche„ Gruppen: Die “English Six„, die als Erste absprangen und mehr Nachsicht verdienten, die drei Nachzügler (Atletico Madrid, Inter Mailand und AC Mailand) und das Trio der Unbelehrbaren, “die denken, dass die Erde eine Scheibe ist und die Super League immer noch existiert„, wie Ceferin spöttisch anfügte. Der diesjährige Champions-League-Halbfinalist Real Madrid, Italiens Rekordmeister Juventus Turin und der FC Barcelona müssen also mit den härtesten Sanktionen durch die UEFA rechnen.

EM-Geisterspiele sind möglich

Ceferin hält unterdessen EM-Geisterspiele auch nach den Zuschauerzusagen der Gastgeberstädte für möglich. “Die Behörden vor Ort entscheiden vor den Spielen, ob Zuschauer zugelassen werden oder nicht„, sagte er in der “Welt am Sonntag„: “Was wir wollen, ist die Zusage, dass Zuschauer kommen können, wenn die Situation es erlaubt.„

Das UEFA-Exekutivkomitee hatte am Freitag München als einen von elf Spielorten für die um ein Jahr verschobene EURO (11. Juni bis 11. Juli) bestätigt. Während der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Mindestkapazität von 14 500 Zuschauern nur unter Vorbehalt einer positiven pandemischen Entwicklung bestätigte, schrieb die UEFA in ihrem Statement von dieser festen Zuschauerzahl. Das will Ceferin nicht als fixe Garantie verstanden wissen. “Sie glauben doch nicht, dass wir auf Zuschauer bestehen, wenn die Situation vor Ort es im Sommer nicht zulässt„, sagte der Slowene: “Aber es gibt mittlerweile Impfungen, Tests, Hygienekonzepte. Warum sollten wir also nicht davon sprechen, Zuschauer zuzulassen, wenn die Situation es zulässt?„

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare