Unter Trainer Bob Brett (r.) wurde Boris Becker die Nummer 1 der Welt (hier bei den Australian Open 1989). FOTO: DPA
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Unter Trainer Bob Brett (r.) wurde Boris Becker die Nummer 1 der Welt (hier bei den Australian Open 1989). FOTO: DPA

Tennis / Ex-Becker-Trainer †

Bob Brett traf den richtigen Ton

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(dpa/sid). Der frühere Trainer von Tennis-Legende Boris Becker, Bob Brett, ist tot. Der Australier starb im Alter von 67 Jahren nach einem Krebsleiden, wie der Vizepräsident des Deutschen Tennis-Bundes, Dirk Hordorff, unter Berufung auf eine Nachricht der Töchter von Brett am Dienstag bestätigte. Auch die Herren-Organisation ATP vermeldete den Tod von Brett.

Unter der Leitung des Australiers gewann Becker 1989 in Wimbledon und bei den US Open und wurde 1991 nach seinem Triumph bei den Australian Open die Nummer eins der Welt. Insgesamt arbeiteten Becker und Brett, der 1987 die Nachfolge von Günther Bosch angetreten hatte, rund vier Jahre zusammen.

Brett, der von Trainerlegende Harry Hopman lernte, schlug bei seiner Ansprache an Becker den richtigen Tonfall an. Er habe ihm gesagt: "Ich erwarte Bereitschaft, Disziplin, Willen, Pünktlichkeit. Drei Stunden Training morgens, drei Stunden nachmittags, was du danach machst, interessiert mich nicht", berichtete Becker in seiner Autobiografie "Augenblick, verweile doch". Über den einen oder anderen Kneipenbummel seines Schützlings sah Brett hinweg: "Ich bin kein Babysitter." Der Australier trainierte zudem u. a. Goran Ivanisevic und Marin Cilic.

Brett genoss in der Tennis-Szene einen exzellenten Ruf. Der Familienvater wurde als ruhiger, stets freundlicher, aber auch sehr fordernder Coach geachtet. Später war er auch als Trainer von Nicolas Kiefer auf der Tour unterwegs. "Ich bin extrem traurig über den Tod von Bob Brett, mit dem ich sechs Jahre lang zusammengearbeitet habe und der mir in meinen ersten Jahren als Trainer so viel beigebracht hat", schrieb Star-Trainer Patrick Mouratoglou, Coach von Serena Williams, bei Twitter.

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