DTM Volleyball

Bottas mischt den Zweikampf auf Neue Regeln: Funkverbot und Zusatzpunkte in Qualifikation Freude nach erstem Podest BR Volleys bleiben in Rom ohne ...

  • vonDPA
    schließen

Platz zwei in Sotschi schmerzt Sebastian Vettel nur ein bisschen. Dass es statt Lewis Hamilton dessen Teamkollege Valtteri Bottas vor Vettel ins Ziel schaffte, verleiht dem Giganten-Duell an Schärfe.

Nach seinem Wutausbruch samt gestrecktem Mittelfinger fand Sebastian Vettel schnell wieder die Beherrschung. Für allzu schlechte Laune vor der Abreise aus Sotschi gab es beim Hessen auch keinen Grund. Ganz im Gegenteil: Dass Valtteri Bottas nun bei Mercedes mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg zum ernsthaften Formel-1-Konkurrenten des überraschend strauchelnden Silberpfeil-Stars Lewis Hamilton geworden ist, kann für Ferrari-Fahrer Vettel noch von Vorteil sein.

Entsprechend gönnerhaft präsentierte sich der Deutsche nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Russland hinter Bottas, obwohl er noch auf der Schlussrunde wegen einer zeitraubenden Überrundung stinksauer gewesen war. "Im ersten Moment beißt man sich in den Hintern. Unterm Strich können wir aber am besten einschätzen, wie man am Lenkrad drehen muss, und er hat das super gemacht", sagte Vettel.

Siegdebütant Bottas ist der Nachfolger im Weltmeister-Auto von Mercedes nach dem Rücktritt von Titelträger Nico Rosberg. Der 27 Jahre alte Finne war zwei Wochen vorher schon zum ersten Mal in seiner Karriere von der Pole Position gestartet, diesmal machte er Startrang drei hinter Vettel und dessen Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen auf den ersten Metern wett und gewann vor Vettel und Räikkönen.

Hamilton wurde nur Vierter und damit zum ersten Mal vom neuen Teamkollegen klar geschlagen. "Obwohl Bottas darauf bestand, nicht nur als Lückenbüßer zu dienen, trauten ihm nur wenige zu, den dreifachen Weltmeister zu übertrumpfen", schrieb am Montag die britische "Times" ein wenig erstaunt.

Droht den Silberpfeilen nun etwa die Fortsetzung des teilweise eskalierten Stallduells zwischen Hamilton und Rosberg? Teamchef Toto Wolff bemühte sich am Sonntagabend im Fahrerlager von Sotschi, solchen Spekulation den Schwung zu nehmen. "Beide wollen Rennen gewinnen und um die WM kämpfen", sagte er: "Aber ich denke nicht, dass es die Beziehung und die Dynamik im Team beeinflusst, wie es das in den vergangenen Jahren zwischen Nico und Lewis getan hat.

" Das Verhältnis zwischen Bottas und Hamilton sei komplett anders.

Zehn Punkte trennen den Finnen auf Platz drei nur noch vom Briten auf Rang zwei hinter Vettel. "Ich wusste immer, dass ich gute Resultate erzielen kann, wenn alles richtig läuft", sagte Bottas. Er tat dies in dem ruhigen Tonfall, den die Formel 1 schon von seinen Landsleuten Mika Häkkinen und Räikkönen kennt. An seiner Entschlossenheit sollte man deswegen aber nicht zweifeln. "Diese ganzen Fragen und Spekulation um Nummer-Zwei-Fahrer berühren mich nicht." Sein einziges Karriere-Ziel sei es, Weltmeister zu werden. Vettel ordnete Bottas’ Leistung dann auch direkt im Vergleich zu Hamilton ein. "Wir wissen ja, dass sein Teamkollege keine Pappnase ist."

Schon einmal gewann ein Ferrari-Fahrer die Weltmeisterschaft, weil zwei Teamkollegen sich gegenseitig die Punkte wegnahmen. Zehn Jahre ist es her, der triumphierende Fahrer hieß Räikkönen, einer der beiden Geschlagenen hieß Hamilton, damals im McLaren. Nur, dass Vettel, der bereits viermalige Weltmeister, in dieser Saison vermutlich noch deutlich stärker ist als es Räikkönen damals war.

Entsprechend wütend hatte er auch noch am Steuer reagiert und eine unschöne Geste gemacht, als er bei seiner finalen Aufholjagd auf dem Sotschi Autodrom von Bottas’ Ex-Teamkollegen Felipe Massa im Williams beim Überrunden aufgehalten wurde. "Was zur Hölle war das", hatte Vettel geflucht. Aber auch der Ärger war schnell vergessen.

Die DTM hat sich kurz vor ihrem Saisonstart eine weitere Regelkur verpasst. Nach zuletzt sinkendem Zuschauerinteresse will das Deutsche Tourenwagen-Masters mit einer Reihe neuer Bestimmungen den Fahrer mehr in den Mittelpunkt stellen, das Spektakel erhöhen und so wieder mehr Fans begeistern.

So verkündete die DTM-Führung um den neuen Chef Gerhard Berger am Montag das weitgehende Verbot des Boxenfunks während der Rennen. Erlaubt für die Informationsübermittlung zwischen Kommandostand und Fahrer ist künftig nur noch eine Anzeigetafel auf der Zielgeraden. Ausnahmen sind nur in sicherheitsrelevanten Situationen und bei der Fahrt durch die Boxengasse möglich.

Zudem gibt es künftig nach einer Safety-Car-Phase einen Neustart in zweireihiger Formation im sogenannten Indianapolis-Stil. Damit soll es zu mehr spannenden Zweikämpfen kommen. Die Nutzung der Überholhilfe DRS wird in allen Rennen auf zwölf Runden begrenzt.

Kurzfristig ändert die DTM auch ihr Punktesystem. Künftig werden Zähler für die Gesamtwertung auch schon in der Qualifikation vergeben. Für die Pole Position gibt es drei Punkte, für Platz zwei werden zwei Zähler vergeben, der Dritte erhält noch einen Punkt.

Etwas überraschend wurde auch das zulässige Basisgewicht der Rennwagen von 1120 auf 1125 Kilogramm erhöht. Dies ist ungewöhnlich, da bereits alle Autos gebaut und getestet worden sind und sich nun wenige Tage vor dem Saisonstart am Wochenende in Hockenheim neue Spielräume für die Ingenieure ergeben. Derzeit noch diskutiert wird nach dpa-Informationen das Verbot einer Teamorder.

Nach dem ersten Podestplatz in Mick Schumachers noch junger Formel-3-Karriere kam sein Team aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. "Der deutsche Fahrer zeigte eine Show in der morgendlichen Hitze und bestieg zum ersten Mal das Podium", schrieb Schumacher-Rennstall Prema Racing. Dass dem Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher der dritte Platz im Königlichem Park von Monza gelang, verzückte die Italiener genauso wie ihren Fahrer mit dem berühmten Namen.

"Ich kann einfach nur glücklich sein mit dem Wochenende in Monza", sagte Mick Schumacher. "Es fühlt sich gut an." Seine Bilanz bei den insgesamt drei Rennen am letzten April-Wochenende: Platz sechs am Samstag im ersten Lauf, Platz drei am Sonntag im zweiten Rennen und erneut Position sechs im dritten Lauf.

Nach insgesamt sechs EM-Läufen verbesserte sich Mick Schumacher in der Tabelle vom neunten auf den fünften Rang. In der Wertung der Serienneulinge ist der deutsche und italienische Formel-4-Vizemeister der vergangenen Saison Zweiter.

Bester deutscher Fahrer im Formel-3-Gesamtklassement ist Schumachers Teamkollege Maximilian Günther auf Platz vier. Der 19-Jährige aus Oberstdorf bestreitet bereits seine zweite Saison in der Serie, er hatte den Titel im vergangenen Jahr als Zweiter verpasst.

In Führung liegt der Schwede Joel Eriksson mit einem Punkt Vorsprung auf den Briten Lando Norris. Diesen beiden hatte sich Mick Schumacher bei seinem dritten Platz lediglich geschlagen geben müssen.

Die nächsten Formel-3-Rennen stehen am 20. und 21. Mai im französischen Pau an.

Die BR Volleys kehren ohne Sieg und ohne Medaille vom Final Four der Champions League aus Rom zurück. Im Spiel um Platz drei unterlag der deutsche Volleyballmeister am Sonntag dem italienischen Spitzenteam Cucine Lube Civitanova mit 1:3 (27:29, 25:22, 21:25, 21:25). Wie schon beim 0:3 im Halbfinale gegen Titelverteidiger Zenit Kasan spielten die Berliner vor rund 10 000 Zuschauern lange auf Augenhöhe mit. "Von der Leistung her können wir zufrieden sein, von der Platzierung her nicht", erklärte Sebastian Kühner, der diesmal als Zuspieler agieren durfte.

"Wir haben gekämpft, wir haben gebissen", sagte Kapitän Robert Kromm. In den entscheidenden Szenen aber fehlten dem Außenseiter Kraft und Konzentration. Jetzt gilt alle Aufmerksamkeit dem zweiten nationalen Meisterschafts-Finalmatch am Mittwoch in eigener Halle gegen den VfB Friedrichshafen (Stand 0:1).

Die Berliner lieferten den Italienern einen harten Kampf. Im ersten Durchgang holten sie einen Vier-Punkte-Rückstand auf, vergaben aber fünf Satzbälle. Dank eines besseren Blockspiels vor allem von Aleksandar Okolic sowie der Durchschlagskraft von Paul Carroll ging der zweite Satz an die RB Volleys. Doch besonders die harten Angriffe des Bulgaren Zwetan Sokolow und des Kubaners Osmany Juantorena sorgten wieder für ein Übergewicht von Lube. "Wir hatten Probleme in der Annahme. Die Enttäuschung ist natürlich jetzt drin. Wir müssen das ganz schnell abhaken", sagte Kromm.

Die Berliner hatten zwar nochmals die große Chance zum Satzausgleich. Sie führten im vierten Durchgang bereits mit 21:18. Der überragende Juantorena servierte dann aber zu sieben Punkten in Folge. Damit war die Chance, wie beim Heimturnier vor zwei Jahren die Bronzemedaille in der Königsklasse zu gewinnen, dahin. "Das war echt bitter. Es war heute alles drin, aber am Ende hat das Quäntchen Glück gefehlt", meinte Mittelblocker Felix Fischer.

Kommentare