Kevin Trapp und seine Mitspieler von Eintracht Frankfurt haben nur lobende Worte für die Menschen, die in den karitativen Einrichtungen Tag für Tag ihr Bestes geben. SYMBOLFOTO: DPA
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Kevin Trapp und seine Mitspieler von Eintracht Frankfurt haben nur lobende Worte für die Menschen, die in den karitativen Einrichtungen Tag für Tag ihr Bestes geben. SYMBOLFOTO: DPA

Botschafter im Einsatz

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Die Eintracht-Spieler sind im Einsatz. Nicht auf dem Platz, sondern an vielen verschiedenen Orten. Sie sind die Botschafter der Kampagne "Auf jetzt" und animieren zur Hilfe - oder helfen gleich selbst. Fußballerische Probleme werden da mitunter schon mal gegenstandslos.

Am Ende des Tages war Danny da Costa massiv beeindruckt. Seine Stippvisite in der Frankfurter Uniklinik, natürlich mit Schutzmaske, wird der Eintracht-Verteidiger so schnell nicht vergessen, sie hat den klugen Kopf nachdenklich werden lassen, da sind so profane Dinge wie der Verlust des Stammplatzes oder eine Flanke hinters Tor auf einmal weit weg. "Das Pflegepersonal hier sieht, wie die Menschen leiden", sagt der 26-Jährige. "Das Tag für Tag durchzumachen und immer wieder ausblenden zu können, ist nervlich hart. Es ist imponierend, dass das Personal nicht nur seine Arbeit verrichtet und nach Hause geht."

Es steckt sehr viel mehr dahinter, wie der Eintracht-Spieler im Gespräch mit Mote Kiakwama, der Gruppenleiterin der Covid-19-Station, erfährt. "Man sieht live, was der Erreger mit einem machen kann, das ist eine psychische und physische Belastung", sagt Mote Kiakwama. "Ich bin stolz auf das Team, alle kommen gerne zur Arbeit, blenden das andere aus." Vor dem Virus habe das kompetente und leidenschaftliche Personal keine Angst, "aber Respekt".

Schließlich hat da Costa auch den Virologen der Uniklinik noch auf den Zahn gefühlt, die aus allen Bereichen zusammengezogen wurden, "um Tag und Nacht Lösungen für den Umgang mit dem Virus zu finden", wie der Fußballprofi erkannt hat. Der Tag sei "sehr aufschlussreich" gewesen, sagt da Costa. Es sei ein "Riesenunterschied", die Nachrichten und Statistiken über die Fallzahlen zu verfolgen, oder eben mit den Menschen zu sprechen, "die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen". Ihm habe der Besuch der Klinik geholfen, um bewusst zu merken, dass "es sich lohnt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen." Nicht nur aus der Ferne.

Danny da Costa ist einer der Eintracht-Spieler, die die neue Hilfskampagne des Vereins "Auf jetzt" unterstützen. Sie sind so etwas wie Botschafter, Türöffner, sie sollen helfen, eine Öffentlichkeit herzustellen, Sinne zu schärfen und Menschen dafür zu sensibilisieren, Institutionen oder Einrichtungen zu unterstützen, die den Erreger bekämpfen oder eben Menschen helfen, die von der Krankheit betroffen sind.

Hingabe und Herzblut

Eintracht-Fans sind daher aufgerufen, darauf zu verzichten, das Geld für die bereits bezahlten Tickets der restlichen fünf Heimspiele zurückzufordern (so sie es sich leisten können natürlich) und es über den Klub an die Arche Frankfurt, das Rote Kreuz, die Diakonie Hessen, die Frankfurter Tafel oder die Uniklinik zu spenden. Das Projekt läuft hervorragend an, "mit großer Wucht", wie Vorstand Axel Hellmann sagt. "Es ist eine Aktion, das lässt sich jetzt schon sagen, die große Kraft entfaltet. Und jetzt geht es erst richtig los."

So besuchte Stefan Ilsanker die Arche, Sebastian Rode war auf Stippvisite bei der Diakonie Darmstadt, Kevin Trapp machte kostenlose Verpflegungsfahrten und schleppte Kisten mit Lebensmittel in die Wohnungen der Mitglieder. David Abraham half beim Roten Kreuz aus, stellte Carepakete zusammen und ging beim Kochen der Mahlzeiten zur Hand. Der Argentinier war beeindruckt von dem Engagement der Helfer: "Das ist großartig und nur mit großer Hingabe, Herzblut und Spenden möglich."

Axel Hellmann freut sich ungemein über das Engagement der Profis. "Die Mannschaft hat das verinnerlicht. Da ist viel Bereitschaft vorhanden." Das hat eine Sogwirkung auf die Anhänger und die Mitarbeiter. "Die Aktion wird Fahrt aufnehmen", glaubt Hellmann, der klarstellt, dass es nicht darum gehe, "jeden Tag schöne Bilder zu produzieren". Bei den Organisationen soll etwas hängenbleiben, damit mit den wirtschaftlichen Mitteln Hilfsmaßnahmen forciert werden können.

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