Ronald Koeman
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Ronald Koeman

Bondscoach im Anflug

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(sid). Aus seiner Leidenschaft für den großen FC Barcelona hat Ronald Koeman nie ein Geheimnis gemacht. Bei den Katalanen erlebte der Niederländer zu Beginn der 1990er Jahre schließlich die schönste und erfolgreichste Zeit als Fußballer, sein Finaltreffer ebnete 1992 den Weg zum ersten Titel in Europas Königsklasse. "Jeder weiß", sagte Koeman einmal, "dass ich davon träume, irgendwann diesen Klub auch zu trainieren".

Dieser Traum geht nun endlich in Erfüllung. "Wenn nichts mehr schief geht, wird Koeman nächste Saison Barcas Cheftrainer. Wir kennen bereits seine Denke und seine Philosophie", wurde Klubchef Josep Maria Bartomeu am späten Dienstag im Twitter-Kanal der Katalanen zitiert. Koeman war erst wenige Stunden zuvor in Barcelona gelandet.

Nach dem Rauswurf des erfolglosen Quique Setien infolge des 2:8-Debakels gegen Bayern München im Champions-League-Viertelfinale ist der Platz auf der Trainerbank des 26-maligen spanischen Meisters frei. Und Koeman dürfte seinen Job als Nationaltrainer der Niederlande trotz eines gültigen Vertrags bis 2022 auch vorzeitig aufgeben. Spanische und niederländische Medien berichteten schon am Morgen übereinstimmend, dass der Vollzug schneller als erwartet vermeldet wird. Nichts mehr mit der Personalie zu tun haben wird Eric Abidal. Am Dienstag einigte sich der Klub mit dem Sportdirektor auf eine Vertragsauflösung.

Abidal, mit Frankreich 2006 Vizeweltmeister, hatte den Posten vor zwei Jahren übernommen. Für Barca spielte der 40-Jährige von 2007 bis 2013 als Verteidiger und wurde in dieser Zeit viermal Meister sowie zweimal Champions-League-Sieger.

Koeman soll als Assistent den ehemaligen Hoffenheim-Coach Alfred Schreuder mit nach Barcelona bringen, die Aufmerksamkeit wird aber natürlich ausschließlich dem Europameister von 1988 gehören.

Es könnte ein Vorteil sein, dass Koeman zum einen jahrelang unter Vordenker und Barca-Ikone Johan Cruyff spielte und zum anderen auch schon einige Mannschaften trainiert hat. "Um ein Team von Barcelona zu betreuen", sagte er, "ist jede Menge Erfahrung nötig." Aber auch die Unterstützung von Fans und Region.

Dieser darf sich der 57-Jährige sicher sein, neben dem Erfolg im Europapokal der Landesmeister hat er mit dem Klub auch vier Meisterschaften und einen Pokalsieg errungen. Er ist beliebt. Auch wegen der Sympathie steht er, anders als etwa der in den Medien ebenfalls erwähnte Mauricio Pochettino, bei den Fans ganz hoch im Kurs.

Koeman, das sollte aber auch klar sein, wird früher oder später seinen Platz wieder räumen müssen - womöglich für einen noch weitaus beliebteren Ex-Spieler. Denn eines Tages, dies gilt als sicher, wird Vereins-Ikone Xavi den Posten übernehmen. Nun darf aber erst einmal Koeman seinen Traum leben. FOTO: DPA

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