DOSB-Krise

Besorgter Bach fordert rasche Aufklärung

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(sid). Für Alfons Hörmann wird die Luft als Chef des DOSB immer dünner. Jetzt hat sich auch IOC-Präsident Thomas Bach in die Führungskrise des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eingeschaltet und den Druck auf Hörmann erhöht. Bach, der sich normalerweise nie in Belange des nationalen Sports einmischt, sorgt sich als Ehrenpräsident um den deutschen Dachverband.

»In diesen Tagen, in denen sich die Gründung des DOSB zum 15. Mal jährt, bin ich in großer Sorge um seine Glaubwürdigkeit und damit auch Funktionsfähigkeit«, schrieb Bach in einem Brief an den DOSB, über den zuerst das ZDF berichtet hatte. Man sei damals in der Paulskirche mit dem Anspruch angetreten, »den Wert des Sports mit seinen Werten zu steigern«.

Bei den Anstrengungen, dem Anspruch gerecht zu werden, habe er in seiner Zeit als DOSB-Präsident von 2006 bis 2013 »große Solidarität erfahren«. Aus diesem Grunde bitte er darum, »eine vorbehaltlose, umfassende Aufklärung der in Rede stehenden Vorwürfe zu fördern und daraus dann zügig, möglichst noch vor den Olympischen Spielen in Tokio, die gegebenenfalls notwendigen Konsequenzen zu ziehen.«

In Teilen des DOSB-Präsidiums wurde das Vorgehen Bachs mit Verständnis aufgenommen. »Thomas Bach hat als Ehrenvorsitzender des DOSB seine Sorge geäußert. Er ist nicht erfreut über die augenblickliche Lage und hofft auf eine rasche Aufklärung«, sagte DOSB-Präsidiumsmitglied Andreas Silbersack.

Am 6. Mai war in einem anonym verschickten Offenen Brief, der offenbar von der Mitarbeiterschaft des DOSB geschrieben worden war, die Absetzung von Hörmann gefordert worden. In der Mail hieß es, dass Hörmann innerhalb des Dachverbandes ein »Klima der Angst« verbreitet habe. Derzeit beschäftigt sich die unabhängige Ethik-Kommission des DOSB mit dem Fall.

Das Verhältnis zwischen dem IOC und dem DOSB ist spätestens seit dem Scheitern der deutschen Bewerbung mit Rhein Ruhr für die Olympischen Spiele 2032 beschädigt. Nach dem Aus für das deutsche Projekt hatte Hörmann die Schuld für das Scheitern von sich gewiesen und das IOC der Falschaussage und Unwahrheit bezichtigt. Das dürfte Bach nicht gefallen haben.

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