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Severin Freund überzeugt in der Innsbruck-Qualifikation als Sechster.

Bergisel voller Tücken

Karl Geiger und Markus Eisenbichler haben in Innsbruck riesige Erfolge gefeiert, aber zuletzt zweimal den Tourneesieg verspielt. Auch diesmal wird sich vieles auf der dritten der vier Schanzen entscheiden.

Nach den ersten Sprüngen auf dem kniffligen Bergisel war Markus Eisenbichler zu Scherzen aufgelegt. Ob er vor der dritten Station der Vierschanzentournee am Dienstag (13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) auf den Wetterbericht schaue? »Wofür denn? Ich kann es eh nicht ändern. Soll ich dann eine SMS an Petrus schreiben und sagen: ›Du Spezi, kannst du ein bisschen mehr Sonnenschein machen?‹ Das geht leider nicht«, sagte Eisenbichler nach Platz acht in der Qualifikation und lachte.

Die nötige Lockerheit für ein Skisprung-Wunder in Innsbruck besitzt der Vierte der Gesamtwertung. Im idyllischen Teamhotel hoch über der Stadt hatten er und Karl Geiger Kraft für den Tournee-Endspurt getankt - und sich vielleicht an ihre großen Erfolge auf der Schanze am Bergisel erinnert.

»Mir taugt’s, ich fahre gern nach Innsbruck«, sagte Eisenbichler: »Es ist ein schönes Stadion, eine schöne Schanze, ich freue mich drauf.« Der Bayer war vor drei Jahren in Innsbruck vor Geiger Weltmeister geworden, kurz darauf holten die beiden Überflieger auch WM-Gold mit dem Team. Einen Rückschlag wie in den vergangenen beiden Jahren, als Eisenbichler und Geiger ihren Tournee-Traum nach schwachen Sprüngen auf dem »Schicksalsberg« begraben mussten, soll es nicht mehr geben. Eisenbichler liegt zur Halbzeit umgerechnet knapp zwölf Meter hinter dem überlegenen Ryoyu Kobayashi, der bei der Quali in Innsbruck nicht zu schlagen war. Geiger muss als Sechster fast 18 Meter herausspringen. »Wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen und sagen, es ist alles scheiße«, betonte Horngacher: »Es ist alles immer noch sehr, sehr gut.«

Allerdings nicht so gut wie bei Kobayashi. Der Japaner greift nach dem zweiten Grand Slam nach 2018/19, sein Vorsprung auf den Norweger Marius Lindvik: Umgerechnet etwas mehr als sieben Meter.

Eisenbichler, der im ersten Training mit einem Sprung auf 139,0 m noch inoffiziell den Schanzenrekord (138,0 m) überboten hatte, kam in der Quali nicht über Platz acht hinaus. »Es war akzeptabel, ich bin zufrieden«, sagte »Eisei«, das Selbstvertrauen sei da.

Geiger, der noch immer mit dem verkorksten Neujahrsspringen mit Platz sieben haderte, wurde Zehnter. »Sowas ist nicht ganz einfach wegzustecken, so was muss man erst einmal schlucken können. Das arbeitet schon im Kopf«, so der Oberstdorfer: Bester Deutscher in der Quali war Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) als Sechster. Unterdessen ist Titelverteidiger Kamil Stoch aus der Tournee ausgestiegen, nachdem er zuvor ohne Weltcup-Punkte geblieben war.

»Deutsche« Duelle

Boyd-Clowes (Kanada/45. in der Quali) - Freund (Rastbüchl/6.) / Tschofenig (Österreich/43.) - Eisenbichler (Siegsdorf./8.) / Mogel (Slowenien/41.) - Geiger (Oberstd./10.) / Bresadola (Italien/27.) - Leyhe (Willingen/24.) / Zyla (Polen/26.) - Schmid (Oberaud./25.) / Wellinger (Ruhpold./44.) - Sato (Japan/7.) / Paschke (Kiefersf./50.) - Ryoyu Kobayashi (Japan/1. in der Quali).

Qualifikationssieger und Tournee-Topfavorit: Ryoyu Kobayashi.

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