Mit Spaß und Teamgeist zieht der FC Bayern München um Thomas Müller und Leon Goretzka durch den 3:0-Sieg über Lyon ins Champions-Leage-Finale am Sonntag gegen Paris ein. FOTO: AFP
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Mit Spaß und Teamgeist zieht der FC Bayern München um Thomas Müller und Leon Goretzka durch den 3:0-Sieg über Lyon ins Champions-Leage-Finale am Sonntag gegen Paris ein. FOTO: AFP

Bereit für den großen Coup

  • vonred Redaktion
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Die Aussage ließ in den Katakomben des Estadio Jose Alvalade aufhorchen. Nach dem 3:0-Sieg gegen Olympique Lyon im Halbfinale der Champions League - die Tore erzielten Serge Gnabry (18., 33.) und Robert Lewandowski (88.) -. wurde Manuel Neuer gefragt, ob die Bayern-Mannschaft 2020 besser sei als die von 2013. Also holte Neuer Luft, überlegte und sagte mit fast entschuldigendem Ton: "Wir sind in der Breite besser aufgestellt. Jetzt haben wir einfach eine Klasse von Spielern. Das betrifft nicht nur den 18-Kader, sondern auch alle darüber hinaus. Es ist fantastisch, was wir für ein Team haben."

Die Botschaft des Kapitäns des FC Bayern München vor dem Fußball-Königsklassen-Finale am Sonntag gegen Paris (21 Uhr, Sky und ZDF) war klar: Wir sind besser als beim Triple 2013! Auf der einen Seite die jungen Wilden um Anführer Joshua Kimmich, die sich selbst als "New Gen" (neue Generation) bezeichnen. Auf der anderen Seite die erfahrenen Triple-Helden, die es sieben Jahre später noch einmal wissen wollen. Und wenn alle gemeinsam mit dem Trainer an einem Strang für den großen Traum vom Henkelpott ziehen, entwickelt sich etwas Großes. Wie derzeit.

"Es ist schon beeindruckend, mit welcher Professionalität und Zielorientierung die Spieler auftreten. Das Ziel ist klar: Die Jungs wollen die Champions League unter diesen außergewöhnlich schwierigen Voraussetzungen gewinnen und dafür tun sie alles", sagt Vorstandsmitglied Oliver Kahn voller Bewunderung für die Mannschaft von Trainer Hansi Flick. Kahn erklärt den Erfolgsfaktor so: "Es ist eine sehr gute Mischung aus erfahrenen Jungs, die schon alles gewonnen haben, aber trotzdem nicht müde werden, weiter gewinnen zu wollen, und Jungs, die für den Henkelpott von Lissabon aus zu Fuß nach München laufen würden. Diese Kombination kann sehr viel Erfolg bringen." Die Mannschaft von 2013 hätte sich schwergetan, den aktuellen Power-Fußball der Flick-Bayern erfolgreich umzusetzen. Doch die Bayern 2020 passen mit ihrer aggressiven Spielweise perfekt in diese Zeit.

Was ist die Motivation der Truppe, die Fußball-Europa aktuell so sehr begeistert? Negativerlebnisse wie die Champions-League-Siegermannschaften von 2001 und 2013, die beide kurz vor ihrem Titelgewinn ein Endspiel dramatisch verloren hatten, hat die heutige Mannschaft nicht. Sie ist laut Kahn "angetrieben vom Gedanken und der Motivation, immer besser werden zu wollen. Das ist etwas, das große Mannschaften auszeichnet." All die Lobeshymnen sind allerdings nichts mehr wert, wenn das Team am Sonntagabend nach Abpfiff mit leeren Händen auf dem Platz steht.

Den Matchplan, um das zu verhindern, hat Flick schon im Hinterkopf: "Letztlich ist es unsere große Stärke, dass wir den Gegner unter Druck setzen. Ich denke, das wird uns gegen Paris auch gelingen." Darum ist Neuer zuversichtlich, dass es mit dem zweiten Henkelpott seiner Karriere am Sonntag klappen wird: "Wir haben lange dafür gekämpft und gearbeitet. Jetzt wollen wir das Finale natürlich auch gewinnen. Noch deutlicher wurde Joshua Kimmich, als er auf eine mögliche Versetzung zurück ins Mittelfeld gegen PSG angesprochen wurde: "Mir ist das ganz egal - und wenn ich im Sturm aufgestellt werde. Solange wir am Ende das Ding in die Luft recken, ist mir alles egal." Es scheint alles bereitet für den großen Coup. M. BONKE/J. AUSTERMANN

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