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Seine Spieler abklatschen nach einem Sieg - wie hier mit Ridle Baku - das will U21-Trainer Stefan Kuntz (r.) auch heute, wenn es zum Auftakt der EM gegen Gastgeber Ungarn geht. IMAGO

Beim U21-EM-Auftakt zählt nur ein Sieg

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(sid). Youssoufa Moukoko tanzte lachend um die Slalomstangen, an der Seite schaute Stefan Kuntz zufrieden zu: Vor dem »mit Abstand ungewöhnlichsten Auftakt einer EM« herrschte bei der deutschen U21 allen Corona-Hindernissen zum Trotz beste Laune. »Wir haben uns den Slogan ›Besondere Zeiten, besonderes Team‹ gegeben«, sagte DFB-Trainer Kuntz nach dem ersten, von Spaß bestimmten Training in Ungarn:

»Jetzt müssen wir diesen Satz mit Leben füllen.«

Besonders sind die Umstände in der Tat. Nur zwei Tage nach der Ankunft wird es schon am Mittwoch gegen Gastgeber Ungarn (21.00 Uhr/ProSieben) ernst für das DFB-Team. Ein einziges Teamtraining musste vor dem ersten Anstoß reichen. »Dann machen wir halt mal ohne Vorbereitung ein Gruppenspiel«, sagte Kuntz im deutschen Teamhotel am Ufer des Velencer Sees.

Dennoch zählt gegen den krassen Außenseiter Ungarn in Szekesfehervar nur ein Sieg, das weiß auch Kuntz. Am Samstag folgt aber bereits das Topspiel gegen die Niederlande, schon da sieht der 58-Jährige sein Team in der Außenseiterrolle. Als Beweis reiche ein Blick auf die Marktwerte aller EM-Spieler. »Ridle Baku liegt da als wertvollster Deutscher auf Platz 31«, sagt Kuntz: »Und danach kommt lange gar keiner mehr.«

Aber: Auf den Wolfsburger Baku (17,0 Millionen Euro) folgt mit einem Wert von zehn Millionen schon ein äußerst wohlklingender Name, Hoffnung stiftender Name - Youssoufa Moukoko. Der 16-Jährige von Borussia Dortmund steht erstmals im Aufgebot und könnte schon gegen Ungarn zum jüngsten Spieler der deutschen U21-Geschichte werden.

Kuntz warnte dennoch vor zu hohen Erwartungen an den Teenager. »Dass Youssoufa mit 16 in der Bundesliga spielt, spricht natürlich für sein außerordentliches Talent. Wir arbeiten aber sehr viel mit diesen Talenten, und wir haben auch schon sehr viele Talente scheitern sehen«, sagte Kuntz: »Deswegen bringt es nichts, ihn irgendwohin zu heben, wo er noch nicht ist.«

Gut möglich also, dass Moukoko zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. Überhaupt ist die Auswahl der ersten Elf gar nicht so einfach, da nicht alle Spieler in ihren Klubs über Stammplätze verfügen. Einerseits wolle er schauen, »wer gerade einen Lauf hat«, sagte Kuntz, gleichzeitig aber auch jenen Akteuren »die Stange halten, die viel für uns gemacht haben«.

Zum festen Stamm gehören neben Kapitän Arne Maier von Arminia Bielefeld vor allem die Belgien-Legionäre Lukas Nmecha (RSC Anderlecht) und Niklas Dorsch (KAA Gent), aber auch Salih Özcan vom 1. FC Köln, Amos Pieper (Bielefeld) oder Nico Schlotterbeck (Union Berlin). Pieper betonte in Ungarn, »gerade wegen« der schwierigen Umstände »noch mehr Bock« auf die EM zu haben.

Ziel bleibt Platz eins oder zwei in der Gruppe, um das Viertelfinale Ende Mai zu erreichen. Und bis dahin muss das Team eben mit den besonderen Umständen umgehen wie dem Essen an Einzeltischen im 300 Quadratmeter großen Speisesaal.

»Wir müssen hier wirklich mit viel Neuem umgehen«, sagte Kuntz: »Aber ein bisschen weniger hätte es auch getan.« - Die voraussichtlich deutsche Mannschaftsaufstellung: Grill - Vagnoman, Pieper, Schlotterbeck, Raum - Baku, Maier, Özcan, Jakobs - Nmecha, Berisha. - Trainer: Kuntz.

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