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Die finalen Weltcup-Abfahrten in Lenzerheide fallen aus - Sofia Goggia (r., oben) und Beat Feuz gewinnen die Disziplin-Wertung.

Beide Abfahrten ersatzlos gestrichen

(sid). Andreas Sander hatte Spaß. Die weiße Pracht, die in den vergangenen Tagen über Lenzerheide in der Schweiz allzu üppig herniederging, verführte ihn zum Tiefschneefahren. Mehr aber war für den WM-Zweiten in der Abfahrt aber zunächst auch nicht möglich: Beim Weltcup-Finale der Skirennläufer mussten die letzten Rennen der alpinen Königsdiziplin am Mittwoch wegen anhaltenden Schneefalls und Nebels abgesagt werden - mit Auswirkungen auf den Kampf um die Kristallkugeln.

Die Abfahrtstitel gingen an die derzeit verletzte Olympiasiegerin Sofia Goggia aus Italien und Beat Feuz aus der Schweiz. Beide hatten vor dem letzten Rennen einen soliden Vorsprung in der Weltcupwertung vor ihren Verfolgern, aber: Sie hätten auch beide noch eingeholt werden können. Für Feuz, bei der WM Dritter hinter Vincent Kriechmayr aus Österreich und Sander, ist es die vierte kleine Kristallkugel nacheinander in der Abfahrt, eine Meisterleistung, die bislang nur dem österreichischen »Kaiser« Franz Klammer gelang (1975 bis 1978).

Erhebliche Auswirkung haben die Absagen der Abfahrten für die Schweizer Mannschaft. Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt, im Kampf um den Gesamtweltcup Jäger von Petra Vlhova aus der Slowakei sowie Alexis Pinturault aus Frankreich, wurden der Chance beraubt, in einer ihrer besseren Disziplinen Punkte auf die Führenden aufzuholen. Gut-Behrami wird die 96 Punkte Rückstand in den verbleibenden drei Rennen wohl kaum aufholen, für Odermatt gilt dies bei 31 Punkten Rückstand für die Endabrechnung am Sonntag ebenso. Es sei denn, die Konkurrenten patzen.

Die deutschen Starter wussten schon beim Blick aus dem Fenster am Mittwochmorgen, dass es nichts werden würde mit der finalen Schussfahrt. »Das war nicht überraschend«, sagte die WM-Zweite Kira Weidle. »Absolut nachvollziehbar«, fand es auch Sander, und Romed Baumann, WM-Zweiter im Super-G betonte: »Besser absagen«, als dass der Weltcup jetzt »durch Glück entschieden wird.« Und davon ganz abgesehen: Weidle, Sander und Baumann konnten es verkraften. Ihre Saison endet auch ohne eine finale Abfahrt positiv, und nicht nur wegen ihrer WM-Medaillen.

Weidle hat sich nach der WM in Cortina d’Ampezzo im Abfahrtsweltcup noch auf Rang fünf vorgearbeitet, »das war eine ganz ordentliche Saison, auch wenn der Sieg noch nicht dabei war«, sagte sie. Baumann und Sander belegten in der Abfahrtswertung die Plätze sechs und zehn. »Unsere Speedfahrer haben sich in der erweiterten Weltspitze festgesetzt und permanent Top-Ergebnisse geliefert - auch wenn Thomas Dreßen verletzungsbedingt ausgefallen ist«, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier. Dreßen fuhr nur das WM-Rennen. Am heutigen Donnerstag sind die beiden Super-G-Rennen (Männer und Frauen) geplant.

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