Urschrei: Thomas Müller bejubelt sein Tor zur 3:0-Führung gegen den FC Schalke. 	FOTO: DPA
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Urschrei: Thomas Müller bejubelt sein Tor zur 3:0-Führung gegen den FC Schalke. FOTO: DPA

Bayern setzen sich ab

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Bayern München hat die Patzer der Konkurrenz genutzt und den Vorsprung an der Tabellenspitze durch ein 4:0 (1:0) bei Schalke 04 auf sieben Punkte ausgebaut.

Manuel Neuer schimpfte und fluchte, doch nach dem Abpfiff scherzte der Rekordhalter mit seinen Teamkollegen. Nach zwei späten Toren hat Rekordmeister Bayern München durch einen standesgemäßen 4:0 (1:0)-Erfolg bei Schlusslicht Schalke 04 den Vorsprung an der Tabellenspitze auf sieben Punkte ausgebaut - da war auch der zwischenzeitliche Ärger beim Kapitän wieder verflogen. »Wir hätten es vorher unterschrieben, wenn wir mit einem 4:0 nach Hause fahren. Schalke hatte aber die eine oder andere Möglichkeit. Da haben wir nicht top verteidigt«, sagte Neuer bei Sky. Der Welttorhüter blieb zum 197. Mal in der Liga ohne Gegentor und überflügelte damit Oliver Kahn.

Bester Laune war Doppeltorschütze Thomas Müller (33., 88.) trotz ein »paar Nachlässigkeiten«. Nach den Patzern der Konkurrenz waren es »Big Points in dieser Woche«, sagte Müller: »Auch wenn wir die Gegner nicht überrollen.« Doch nach dem dritten Sieg in Folge, bei dem auch Weltfußballer Robert Lewandowski (54.) und David Alaba (90.) trafen, steuern die Münchner unbeirrt ihrem neunten Meistertitel in Folge entgegen. »Wir haben an diesem Spieltag die Vorlage, die die Konkurrenz gegeben hat, genutzt«, stellte Trainer Hansi Flick fest.

Für Königsblau wird die Lage im Kampf gegen den vierten Abstieg in der Vereinsgeschichte nach der zehnten Pflichtspielpleite in Folge gegen die Bayern aber immer aussichtsloser. Vor genau einem Jahr, als der rasante Absturz begann, betrug der Rückstand auf die Münchner drei Zähler - jetzt trennen die beiden Klubs 35 Punkte. »Für uns kommen jetzt die wichtigen Spiele. Mund abwischen und in Bremen gewinnen«, sagte Torhüter Ralf Fährmann, der lange Zeit glänzend hielt, beim vierten Tor aber patzte.

Neben Klaas-Jan Huntelaar (Wadenprobleme) fehlte bei den Gastgebern auch der zweite Rückkehrer: Linksverteidiger Sead Kolasinac musste wegen Oberschenkelproblemen zuschauen.

Erstaunlich: Nicht nur der Rekordmeister suchte den schnellen Weg zum Tor, auch der Tabellenletzte. Suat Serdar (8.) und Mark Uth (11.) scheiterten in aussichtsreichen Situationen per Kopf nur knapp. Nach rund 20 Minuten wurden die Bayern dominanter, Fährmann musste mit starken Reflexen eine Doppelchance durch Lewandowski und Serge Gnabry abwehren (23.). Die Führung der Gäste durch Müllers Kopfball nach Flanke des starken Joshua Kimmich war folgerichtig - es war bereits der 13. Torschuss der Bayern.

Auch nach der Pause blieb München dominant, erlaubte Schalke aber immer wieder hochkarätige Torchancen - wie für Matija Nastasic, der mit einem Kopfball nur knapp das Ziel verfehlte (52.). Lewandowski traf auf der Gegenseite eiskalt - es war sein 23. Saisontor. Der Rest war Formsache.

Verfolger patzen

Die Verfolger der Münchner verloren derweil an Boden. »Bayern interessiert mich einen Scheißdreck«, sagte Bayer Leverkusens Torwart Lukas Hradecky im ZDF nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg. RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann wurde fast zynisch. »Wenn wir alles verlieren und Bayern alles verliert, sind sie weiter vor uns«, sagte der 33-Jährige. Am Samstag verlor Leipzig beim Abstiegskandidaten FSV Mainz 05 mit 2:3. Borussia Dortmund patzte schon am Freitag (2:4 bei Borussia Mönchengladbach). Den Anspruch an einen Titelkandidaten erfüllen die, die den FC Bayern verfolgen, nur bedingt.

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