Robert Lewandowski schießt seine Bayern zur Tabellenführung.
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Robert Lewandowski schießt seine Bayern zur Tabellenführung.

Bayern obenauf, Schalke trostlos

  • vonDPA
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Dank des Weltfußballers geht der FC Bayern als Tabellenführer ins neue Bundesliga-Jahr. Der FC Schalke 04 dagegen hat überhaupt nichts zu feiern. Auch der Trainerwechsel zeigte am letzten Spieltag 2020 keine Wirkung.

Das von Thomas Müller gepriesene perfekte Ende "im Hollywood-Film 2020" machte die Glückseligkeit beim FC Bayern perfekt. "Wer die Mannschaft in der Kabine erlebt hat - es war wie unter dem Weihnachtsbaum, wenn du die Geschenke aufmachst", berichtete Karl-Heinz Rummenigge am Tag nach dem nächsten glorreichen Auftritt von Weltfußballer Robert Lewandowski. Dessen Doppelpack rettete den Münchner Abschluss des Triumphjahres und ließ die Aufregung um Kurzarbeiter Leroy Sané beim 2:1-Sieg beim bisherigen Spitzenreiter in Leverkusen nicht allzu groß werden.

Der tschechische Nationalspieler Patrik Schick (14.) erzielte per herrlichem Volleyschuss die Führung für die Werkself. Lewandowski (43.) sorgte beim Comeback von Joshua Kimmich, der in der 68. Minute eingewechselt wurde, für den Ausgleich. In der Nachspielzeit (90.+3) erzwang Lewandowski die Entscheidung. Jamal Musiala (79.) hatte zuvor schon das Bayern-Siegtor auf dem Fuß, traf aber nur den Pfosten.

Doch in all der Euphorie und Zufriedenheit verabschiedete sich ein Akteur des Starensembles an diesem Abend sicherlich auch mit einem mulmigen Gefühl in die kurze Winterpause - Leroy Sane. Der Königstransfer erhielt im Spitzenspiel von Flick die "Höchststrafe". Der Nationalspieler wurde in der 32. Minute für Kingsley Coman eingewechselt und nur 36 Minuten später wieder vom Platz genommen. Trainer Hansi Flick Flick begründete die ungewöhnliche Maßnahme der Auswechslung, die oft als Abstrafung für schwache Leistungen verstanden wird, mit taktischen Zwängen. Sane selbst zeigte sich einsichtig: Im ersten Moment sei er überrascht gewesen. "Aber auch das passiert einmal. Das Team war direkt nach Abpfiff an meiner Seite, und wir haben uns alle über die drei Punkte gefreut."

Stevens kämpferisch

Derweil hatte auch Huub Stevens auf die wichtigste Frage zum Ende des Schalker Horrorjahres keine Antwort. "Müssen wir aufgeben?", fragte der Interimscoach des Tabellenletzten nach dem niederschmetternden 0:1 (0:0) gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld: "Müssen wir die Spiele bestreiten oder müssen wir aufhören, in der Bundesliga zu spielen?" Aufgeben, betonte der 67-Jährige mit ernster Miene, sei das "Allerallerallerletzte". Doch was nach 29 Bundesligaspielen ohne Sieg, nur vier Punkten aus den ersten 13 Runden und sechs Zählern Abstand zum Relegationsplatz noch Hoffnung gebe, konnte auch Stevens nicht sagen. Weil bei Schalke 04 wenige Tage vor Weihnachten 2020 nichts, aber auch gar nichts Hoffnung macht.

Nach dem Treffer des Tages durch Fabian Klos (53.) schoss Schalke kein einziges Mal auf das Bielefelder Tor. Wollen die Gelsenkirchener wie Werder Bremen im vergangenen Jahr noch mit 31 Punkten die Relegation erreichen, müssten sie aus den verbleibenden 21 Spielen noch 27 holen. Wie? "Wir werden auch in den kommenden Spielen kämpfen und hoffen auf ein Quäntchen Glück", sagte Stevens.

Am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) im Pokalspiel gegen den Regionalligisten SSV Ulm steht Stevens noch einmal an der Seitenlinie, danach soll der vierte Trainer der Saison übernehmen. "Wir haben für die Nachfolge schon jemanden im Kopf", sagte Sportvorstand Jochen Schneider. Friedhelm Funkel soll derjenige sein, der als Nächster bei Schalke das Kommando übernimmt.

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