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Wieder mit Zuschauern: 12 000 Besucher waren am Montagabend im Stadion, um Bayern München und Al Ahly im Halbfinale der Klub-WM zu sehen.

Bayern greifen nach »Sixpack«

  • vonSID
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Und jetzt das »i-Tüpfelchen«: Bayern München und Weltfußballer Robert Lewandowski greifen bei der Klub-WM nach dem »Sixpack«.

Eine kleine Runde Schwimmen im Hotelpool, ein bisschen Sonne tanken - Robert Lewandowski wirkte gut erholt. Doch von seiner Gier hatte der Weltfußballer bei urlaubsähnlichem Flair im sommerlich warmen Katar nichts verloren. Sixpack, Sextuple oder Sechserpack, »ich weiß nicht, wie das heißt«, sagte der Ausnahmestürmer und lachte, fest steht: Der FC Bayern und sein Torjäger wollen bei der Klub-WM jetzt unbedingt »die Kirsche auf der Torte«.

Denn es wäre ein historischer Coup: Sechs Titel, das hat außer dem legendären Team des FC Barcelona um Lionel Messi, Xavi und Zlatan Ibrahimovic 2009 keine Mannschaft geschafft. Der deutsche Rekordmeister kann im Finale morgen (19.00 Uhr/DAZN) gegen UANL Tigres aus Mexiko aufschließen.

»Wenn du weißt, dass das erst eine Mannschaft geschafft hat und du die zweite sein und große Fußball-Geschichte schreiben kannst, wenn du so nah dran bist, musst du alles versuchen, um diesen Titel zu holen«, sagte Lewandowski.

Einen Vorgeschmack erhielt er nach dem 2:0 (1:0) gegen den Al Ahly SC im Halbfinale, nach dem der »Man of the Match« für seinen Doppelpack (17. und 86.) mit einem silbernen Pokal geehrt wurde. Jetzt soll noch der richtige Cup her, sagte »Lewa«, denn »das ist ein extra besonderer Preis«.

Kapitän Manuel Neuer versicherte vor dem Duell mit dem Champions-League-Sieger aus Mittelamerika: »Wir sind sehr heiß, wir können Geschichte schreiben.«

Das Rezept für den Coup: erst mal ausspannen. Nach dem Anreise-Stress und dem Pflichtsieg gegen die weitgehend harmlosen Ägypter durften sich Lewandowski und Co. bei sommerlichen Temperaturen erholen. »Es geht darum, dass wir so schnell wie möglich Körner sammeln und wieder bei 100 Prozent sind«, sagte Trainer Hansi Flick. Denn der Gegner um den französischen Altstar Andre-Pierre Gignac (35) sei gefährlich, warnte er. »Ich war sehr beeindruckt von der Leistung von Tigres«, betonte Flick, der sich den überraschenden Halbfinal-Sieg der Mexikaner gegen Palmeiras aus Brasilien (1:0) im Hotel angesehen hatte: »Das ist eine sehr dynamische Mannschaft, sehr athletisch mit sehr viel Power. Da müssen wir gut dagegenhalten.«

Gegen Al Ahly war das nur bedingt nötig, zu überlegen waren die Münchner. Lewandowskis Doppelpack (17. und 86.) entschied das Halbfinale, doch der Pole monierte den Chancenwucher seiner Nebenleute. Fehlen werden weiterhin Leon Goretzka und Javi Martinez, die nach ihrer Quarantäne in München bleiben müssen. Vom Rest erwarte er, »dass wir die Dinge noch besser machen. Das ist wichtig fürs Finale«, sagte Flick.

Untersuchung zu Stadionbau?

Nachdem der Sieg gegen das Team aus Kairo am Montagabend sogar vor rund 12 000 Zuschauern bejubelt wurde, könnte ein Endspielerfolg vor Fans ebenfalls stimmungsvoll ausfallen. »Dann kribbelt es schon ein bisschen mehr«, sagte Joshua Kimmich. Auch Flick sehnt Spiele vor Publikum dauerhaft zurück.

Den Rahmen dafür bildet das Education City Stadium in ar-Rayyan unweit von Doha. Wegen seiner einem Diamanten ähnelnden Fassade wird es »Wüstenjuwel« genannt, doch auch an diesem Schmuckstück klebt Blut. Wie der »Guardian« Ende 2019 berichtete, starb im Zusammenhang mit den Bauarbeiten der für die WM 2022 errichteten Arena mindestens ein Arbeiter aus Nepal. Der FC Liverpool machte sich damals am Rande der Klub-WM für eine »gründliche Untersuchung« der Vorfälle stark. Der »Club Nr. 12« würde sich von den Bayern, die über Sponsoring-Deals eng mit Katar verbunden sind, ähnliche Forderungen wünschen.

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