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Die Bayern um Kingsley Coman (29) und Jamal Musiala (l.) hängen sich in Paris voll rein, scheiden aber am Ende wegen der weniger erzielten Auswärtstore aus.

Bayern fehlt ein Tor

  • VonRedaktion
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(dpa). Traurige Gewinner statt strahlende Glücksritter: Bayern Münchens Champions sind trotz eines Comeback-Sieges gegen Paris Saint-Germain von Europas Fußball-Thron gestürzt. Das Tor von Eric Maxim Choupo-Moting (40.) zum 1:0 (1:0) reichte am Dienstag nach der 2:3-Heimniederlage nicht zum Halbfinaleinzug. Beide Teams tauschten in einem aufregenden Viertelfinal-Rückspiel die Rollen aus der ersten Partie.

Das Team von Trainer Hansi Flick profitierte diesmal vom PSG-Chancenwucher. Das zweite Tor aber glückte nicht.

Anders als bei Bayerns 1:0 im Finale 2020 jubelte diesmal PSG: Zur tragischen Figur eines rasanten Fußballabends wäre dabei fast der brasilianische Weltstar Neymar geworden. Der teuerste Kicker der Welt spielte groß auf - und ließ sein Team doch leiden. Allein beim Stand von 0:0 verzweifelte Neymar innerhalb kürzester Zeit gleich viermal am stark haltenden Manuel Neuer sowie Latte und Pfosten.

Im spektakulärsten Spiel der Saison steckten die Bayern auch die Ausfälle von Topspielern wie Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Niklas Süle und Leon Goretzka mit großer Moral weg. »Wir müssen all in gehen«, forderte Flick kurz vor der Partie bei Sky. Bei optimalen äußeren Bedingungen spielten die Bayern jedoch nicht Alles oder nichts. Zwar starteten sie engagiert und offensivfreudig, rannten aber nicht kopflos an.

Beiden Teams waren enorme Anspannung und Konzentration anzumerken. Mit langen Diagonalbällen auf die Außenstürmer Kingsley Coman und Leroy Sané versuchten die Gäste ein kontrolliertes Attackieren. Die ersten brenzligen Strafraum-Situationen ereigneten sich jedoch vor Neuer. Nachdem anschließend Sané (26.) und Joshua Kimmich (27.) das PSG-Tor verpasst hatten, entwickelte sich anschließend das »Riesen-Spiel«, das Thomas Müller prophezeit hatte. Auch bei den weiteren Privat-Duellen zwischen Neuer und dem Pariser Sturm blieb der Torwart in Bayerns Glücksphase Sieger. Und wenn Neuer mal nicht herausragend gegen Neymar (27.) parierte, halfen in der ersten Halbzeit Pfosten (34./39.) oder Latte (37.). Nachdem PSG bei einigen Chancen erfolglos geblieben war, schlugen die Münchner eiskalt zu. Müller spielte auf David Alaba. Den Schuss des Österreichers konnte Keylor Navas noch abwehren, doch gegen Choupo-Motings Kopfball war der Keeper chancenlos.

Intensität und Tempo ließen auch nach dem Wechsel nicht nach. Nach einer starken Aktion von Angel di Maria schien Neuer geschlagen, aber Neymar rutschte vor dem leeren Tor am Ball vorbei (53.). In der 78. Minute traf dann Mbappé - stand aber beim vermeintlichen 1:1 im Abseits. Auf der anderen Seite ging Flick 20 Minuten vor Schluss dann doch »all in« und brachte Jamal Musiala für Alphonso Davies. Die Münchner dominierten die Schlussphase - wurden am Ende aber nicht mehr belohnt.

Paris: Navas - Dagba, Danilo, Kimpembe, Diallo (58. Bakker) - Gueye, Paredes - Di Maria (88. Ander Herrera), Neymar, Draxler (72. Kean) - Mbappe.

München: Neuer - Pavard, Jerome Boateng, Hernandez, Davies (71. Musiala) - Kimmich, Alaba - Leroy Sane, Thomas Müller, Coman - Choupo-Moting (85. Martinez).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Orsato (Italien). - Tor: 0:1 Choupo-Moting (40.).

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