Kampf auf Biegen und Brechen zwischen Freiburgs Ermedin Demirovic (l.) und Bayerns David Alaba.		FOTO: DPA
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Kampf auf Biegen und Brechen zwischen Freiburgs Ermedin Demirovic (l.) und Bayerns David Alaba. FOTO: DPA

Bayern mit Arbeitssieg

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(sid). Hansi Flick atmete erleichtert auf, dann klatschte er Sportvorstand Hasan Salihamidzic ab. Das Krisengerede bei Bayern München ist erst einmal verstummt, mit dem mühevollen 2:1 (1:0) gegen den formstarken SC Freiburg hat sich der Titelverteidiger vorzeitig die Hinrunden-Meisterschaft gesichert. Doch von der alten Dominanz und Klasse waren die Münchner nach zwei empfindlichen Niederlagen noch immer weit entfernt, am Ende geriet der Sieg sogar noch in Gefahr.

Freiburgs Joker Nils Petersen traf in der Nachspielzeit (90.+1) die Latte, nicht nur die Nerven von Bayern-Coach Flick lagen da blank. Doch am Ende retteten die Münchner um Weltfußballer Robert Lewandowski (6.) und den starken Thomas Müller (74.) den Sieg mit etwas Glück über die Zeit.

»Es war ein Arbeitssieg. Von der Spielweise können wir uns steigern. Es ist klar, dass nicht alles von alleine geht. Am Ende haben wir gezittert«, sagte Jerome Boateng bei Sky. Die Bayern bauten mit dem Erfolg nach der Niederlage in Mönchengladbach und der Pokal-Blamage beim Zweitligisten Kiel den Vorsprung auf RB Leipzig auf vier Punkte aus. »Wir hatten viele Torchancen gehabt. Am Ende haben wir verdient die drei Punkte geholt, die aufgrund der anderen Ergebnisse sehr wichtig waren«, sagte Leon Goretzka.

Allerdings hing der Sieg am Ende am seidenen Faden, als Petersen nach seinem zwischenzeitlichen Ausgleich mit dem ersten Ballkontakt (62.) auch noch die Latte traf. »Das ärgert mich brutal«, sagte der ehemalige Münchner. Allerdings hatte auch Lewandowski einen Lattentreffer für die Münchner zu verzeichnen.

Die Bayern verloren Nationalspieler Serge Gnabry, der wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden musste (28.). Auch Freiburg, das zuletzt fünf Siege in Serie gefeiert hatte, beklagte in Baptiste Santamaria und Amir Abrashi zwei Verletzte.

Sechs Neue in der Startelf um die genesenen Kingsley Coman und Goretzka - die Bayern spielten »mit der Creme de la Creme«, wie SC-Coach Christian Streich bewundernd feststellte. Und Flick betonte nach dem »brutalen Weckruf« von Kiel noch einmal: »Es gibt keine Entschuldigung mehr!« Freiburg werde zeigen, »ob wir ein Spitzenteam sind«.

Der von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eingeforderte Pressing-Stil aus der Triple-Saison war zumindest phasenweise wieder zu erkennen. Zu der Form, die ihnen Trophäen in Serie gebracht hatte, fehlte den Bayern trotz Übergewichts aber ein großes Stück. Freiburg hielt mutig, entschlossen und mit einem Schuss Aggressivität dagegen.

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