Bayer-Schreck Lukaku (am Boden) erzielt das vorentscheidende 2:0 für Inter. FOTO: DPA
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Bayer-Schreck Lukaku (am Boden) erzielt das vorentscheidende 2:0 für Inter. FOTO: DPA

Bayer bleibt unvollendet

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Bayer Leverkusen konnte im entscheidenden Moment wieder einmal nicht abrufen. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand bleibt eine Saison der vergebenen Chancen - und Kai Havertz geht wohl ungekrönt.

Zerknirscht streifte Kai Havertz die Kapitänsbinde vom Arm, anschließend klatschte er mit hängendem Kopf seine Teamkollegen ab. Der zerplatzte Traum vom silbernen Abschied machte dem Offensivjuwel sichtlich zu schaffen. Zu gerne hätte er sich mit der Europa-League-Trophäe bei Bayer Leverkusen ein Denkmal gesetzt, nun tritt er wohl ungekrönt den Weg zum FC Chelsea London an - oder etwa doch nicht? War die 1:2-Pleite im Viertelfinale gegen Inter Mailand die Abschiedsvorstellung im Bayer-Dress?

Das Offensivjuwel soll sich bereits mit Chelsea einig sein, nach dem Europa-K.o. beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen dürften die Ablöseverhandlungen zwischen den Klubs Fahrt aufnehmen. Bei den Blues erhofft sich Havertz sicher größere Titelchancen, schließlich machte Bayer seinem Image in dieser Spielzeit wieder einmal alle Ehre. Gleich mehrere Chancen auf die erste Trophäe seit 1993 wurden leichtfertig vergeben - der Frust sitzt tief.

"Wenn man in der Bundesliga bis zum letzten Spieltag um die Qualifikation für die Champions League spielt, das nicht erreicht. Ein Pokalfinale bestreitet, gegen Inter ein Viertelfinale bestreitet, und immer als Verlierer vom Platz geht, ist klar, dass mehr drin war", haderte Kapitän Lars Bender.

Die Qualifikation für die Europa League sei dieses Jahr "nur ein schwacher Trost, wenn man sieht, in welchem Bereich wir mitspielen konnten", so der 31-Jährige weiter: Trainer Peter Bosz fügte hinzu: "Wenn man am Ende einer solchen Spielzeit mit leeren Händen dasteht, ist man enttäuscht."

Am Aus in der Europa League hatte auch der Niederländer seinen Anteil, gegen Romelu Lukaku und Lautaro Martinez fand er nie die passenden taktischen Mittel. Die beiden Starangreifer Mann gegen Mann zu verteidigen, mutete wie Harakiri an, gerade Edmond Tapsoba war gegen Lukaku heillos überfordert. Der Belgier hatte nicht nur beim 0:2 (21.) leichtes Spiel, auch am 0:1 von Nicolo Barella (15.) war er entscheidend beteiligt. Schon im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München hatte Bosz seine Taktik u. a. mit Havertz als Spitze zur Pause aufgeben müssen.

In der Offensive fand die Werkself gleichzeitig nahezu keine Lösungen gegen die routinierte Inter-Abwehr, auch Havertz ließ seine Klasse bis auf seinen Anschlusstreffer (24.) kaum aufblitzen.

Komplett negativ wollte Bosz die nach der bitteren Niederlage unvollendete Saison dennoch nicht sehen. Auch wenn sein Team nichts gewonnen habe, habe es sich "gut entwickelt". Darauf lasse sich aufbauen, so der 56-Jährige.

Lukaku, der Schreck

Stürmer Romelu Lukaku von Inter Mailand hat beim 2:1 gegen Bayer Leverkusen in der Europa League einen Rekord aufgestellt. Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 ist der Belgier der erste Spieler, der in neun aufeinanderfolgenden Europa-League-Spielen traf. Seine Serie startete der 27-Jährige bereits in der Saison 2014/15 im Trikot des FC Everton, nach jahrelanger Abstinenz im zweithöchsten europäischen Wettbewerb legte er 2020 in den vier K.o.-Spielen für Inter nach.

Trainer Antonio Conte lobte seinen Starangreifer: "Romelu spielt eigentlich immer gut. Für ihn ist es eine tolle Saison mit vielen Toren. Und immer, wenn die Mannschaft ihn voll unterstützt, kann er seine Qualitäten erst so richtig zeigen."

Leverkusen bekam Lukaku im Viertelfinale zu keiner Zeit in den Griff, der Angreifer war über die gesamte Spielzeit ein absoluter Gefahrenherd. "Er ist nur einer von vielen guten Spielern bei Inter. Aber er macht es wirklich gut, lässt auf die andere klatschen oder dreht auf. Mit seinem Körper ist er wirklich stark und da muss man schon clever sein, um den Zweikampf zu gewinnen", zollte Bayer-Innenverteidiger Jonathan Tah Respekt.

"Lukaku ist ein außergewöhnlicher Stürmer, der seine Mannschaft zum Erfolg zieht", schrieb Tuttosport.

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