Bartomeus Bombe

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(dpa/sid). Der umstrittene Präsident Josep Bartomeu hat beim krisenerschütterten FC Barcelona seinen Rücktritt erklärt. Bei seiner Erklärung sorgte er am Dienstagabend für Wirbel, weil er die Diskussionen um eine mögliche Einführung einer europäischen Fußball-Superliga neu entfachte. Bartomeu verriet, der Traditionsverein habe noch schnell die Teilnahme an einer solchen Superliga zugesagt, weil sie "die finanzielle Stabilität des Klubs garantiert". Das müsse aber noch von den Vereinsmitgliedern bestätigt werden, fügte Bartomeu hinzu, als ob dies die einzige Hürde wäre. Dabei hat die Idee einer europäischen Superliga bisher vor allem Kritik und Ärger hervorgerufen.

Der Chef der spanischen La Liga, Javier Tebas, ließ kein gutes Haar an dem Vorhaben. Bartomeu habe "leider die Teilnahme an einem Geister-Wettbewerb angekündigt, die den @fcb ruinieren" werde. Das zeuge von völliger Unkenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse im Fußball, schrieb Tebas auf Twitter. Bartomeu hatte sich im Club unbeliebt gemacht, weil er sich im Team unter anderem mit dem argentinischen Superstar Lionel Messi überworfen hatte.

Als erster Spitzenfunktionär bestätigte Bartomeu mit seiner Ankündigung, dass es entsprechende Bestrebungen für eine Superliga tatsächlich gibt. Bisher hatten nur britische Medien berichtet, die "European Premier League" werde vom FC Liverpool und Manchester United vorangetrieben. Den Berichten zufolge soll die Superliga mit 18 Teams mit rund fünf Milliarden Euro von Investoren unterstützt werden. Als Starttermin war der September 2022 genannt worden.

Mit dem Rücktritt Bartomeus und des ganzen Vereinsvorstands ist eine Abstimmung über einen Misstrauensantrag hinfällig. Diesen hatte eine Opposition unter Vereinsmitgliedern mit mehr als 20 000 Unterschriften auf den Weg gebracht. Bis zur Neuwahl des Vorstands im Frühjahr wird der Club nach Angaben von Bartomeu von einer beauftragten Verwaltungsgesellschaft geführt werden.

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