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Feliciano Lopez spielt in Australien sein 75. Grand-Slam-Turnier in Serie.

Barthel als letzte Deutsche raus

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(sid/dpa). Das Zweitrunden-Aus von Mona Barthel in Melbourne hat das schlechteste Abschneiden der deutschen Tennisspielerinnen bei einem Grand-Slam-Turnier seit fast elf Jahren besiegelt. Die 30-Jährige aus Neumünster verlor am Donnerstag bei den Australian Open gegen die an Position 25 gesetzte Tschechin Karolina Muchova klar mit 4:6, 1:6. Damit findet erstmals seit den French Open 2010 die dritte Runde eines Majors ohne eine Vertreterin des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) statt.

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Laura Siegemund waren schon an ihren Auftakthürden gescheitert. Bei den Männern erreichte nur der Weltranglistensiebte Alexander Zverev die dritte Runde, er trifft am Freitag auf den Franzosen Adrian Mannarino. Insgesamt waren aus deutscher Sicht vier Frauen und fünf Männer ins Rennen gegangen.

»Es ist schade, dass ich in den wichtigen Situationen im ersten Satz vielleicht nicht mein bestes Tennis gespielt habe«, sagte Barthel: »Aber es ist lange her, dass ich ein Match auf diesem Niveau gegen eine so gute Spielerin gespielt habe. Deswegen kann ich stolz auf mich sein, ich kann viel Positives aus dem Match ziehen.«

In den vergangenen Jahren war Barthel immer wieder von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen worden. Eine Fußblessur hatte sie ab Juli 2019 geplagt, erst Anfang dieses Jahres kehrte sie auf die Tour zurück. »Ich denke, es war ein gutes Turnier für mich«, sagte Barthel.

Aber auch bei den Favoritinnen lief es alles andere als rund. Während die australische Weltranglistenerste Ashleigh Barty trotz einer Schwächephase am Ende der Partie ihre Landsfrau Daria Gavrilova mit 6:1, 7:6 (9:7) bezwang und in die dritte Runde einzog, ist Titelverteidigerin Sofia Kenin schon ausgeschieden. Die an Position vier gesetzte US-Amerikanerin verlor ihr Zweitrundenmatch gegen die Estin Kaia Kanepi in nur 64 Minuten überraschend deutlich 3:6, 2:6.

Aus deutscher Sicht gab es dennoch auch positive Nachrichten. So startete French-Open-Sieger Kevin Krawietz auch ohne seinen angestammten Doppelpartner Andreas Mies gut ins Turnier. Zusammen mit dem Karlsruher Yannick Hanfmann, der den am Knie verletzten Mies ersetzt, bezwang Krawietz am Donnerstag in der ersten Runde das indisch-slowakische Duo Divij Sharan/Igor Zelenay klar mit 6:1, 6:4.

»Natürlich ist es tricky am Anfang. Wenn man mit einem Partner so lange spielt, ist ein Automatismus drin und man muss nicht viel nachdenken«, sagte Krawietz, der aber auch mit Hanfmann gut harmoniert: »Wir haben in München schon öfter zusammen trainiert und es hat Riesenspaß gemacht, heute auf dem Platz zu stehen.« Mit Hanfmann hatte Krawietz 2018 bereits zwei Challenger-Turniere gewonnen. Auch Siegemund zog an der Seite der Russin Wera Swonarewa, mit der sie zuletzt die US Open gewonnen hatte, durch ein 6:2, 6:1 gegen die Australierinnen Kimberly Birrell und Jaimee Fourlis in die zweite Runde ein.

Lopez als »Methusalem«

Da kann auch ein Roger Federer nicht mithalten: Bei den Australian Open hat der Spanier Feliciano Lopez einen beeindruckenden Rekord aufgestellt, dessen Dimension sich selbst im zahlen- und statistikverliebten Tennissport erst auf den zweiten Blick erschließt. Der 39 Jahre alte Linkshänder aus Madrid bestreitet in Melbourne sein 75. Grand-Slam-Turnier nacheinander!

Seit den French Open 2002 hat Lopez bei keinem der vier großen Turniere in Melbourne, Paris, Wimbledon und den US Open in New York gefehlt. 2001 trat er in Paris erstmals bei einem Grand Slam an. »Ich glaube, damals bin ich von Carlos Moya in der ersten Runde gekillt worden, wenn ich mich nicht täusche«, sagte Lopez am Donnerstag, nachdem er den an Nummer 31 gesetzten Italiener Lorenzo Sonego nach 0:2-Satzrückstand noch bezwungen hatte. 2002 begann seine wundersame Reise - nicht gestoppt von Verletzung oder anderen Widrigkeiten. Die Weltrangliste führt Lopez an Position 65, seine beste Platzierung war Rang zwölf. Sieben Titel hat er seit Beginn seiner Profilaufbahn 1997 gewonnen. Mittlerweile spielt er im vierten Jahrzehnt Tennis, arbeitet auch bereits als Turnierdirektor in Madrid.

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