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Mit »B-Elf« ins Fürstentum

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Keine Atempause: Auf Dortmund und Schalke wartet kurz nach dem Derby am heutigen Abend die Champions League. Während der BVB um den Gruppensieg kämpft, blickt S04 auf die Höwedes-Rückkehr. Beide Bundesligisten sind für die K.-o.-Runde qualifiziert.

Borussia Dortmund kämpft ohne Marco Reus um den Gruppensieg, Schalke 04 vor allem um die Ehre: Drei Tage nach dem emotionalen Derby mit dem 2:1-Sieg der Dortmunder gehen die Revierklubs unter gänzlich verschiedenen Vorzeichen in ihr letztes Champions-League-Gruppenspiel. Während der BVB bei AS Monaco noch Rang eins erobern kann, lenkt bei Schalkes Heimspiel gegen Lokomotive Moskau zumindest die Rückkehr von Benedikt Höwedes ein wenig vom Derby-Frust ab.

Bestens gelaunt hob am Montagmorgen der Ligaprimus aus Dortmund in Richtung Sonne ab. Auch das Fehlen von Leistungsträgern wie Reus, Axel Witsel und Jadon Sancho trübte die Stimmung vor der Begegnung am Dienstag (21 Uhr/DAZN) kaum. »Einige Spieler sind angeschlagen. Viele von ihnen mussten wir schon in den letzten Wochen durchschleppen«, sagte Sebastian Kehl. Kein Zweifel: Die Herbstmeisterschaft genießt oberste Priorität.

Von einem Betriebsausflug wollte der Leiter der Lizenzspielerabteilung trotz frühlingshafter Temperaturen im Fürstentum aber nichts wissen: »Wir haben die Möglichkeit auf Platz eins zu rutschen, diese Chancen wollen wir auf jeden Fall ergreifen«, sagte Kehl. Dafür müssen die vom Derbysieg auf Schalke immer noch beseelten Westfalen beim abstiegsgefährdeten französischen Vizemeister unbedingt gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher von Atletico Madrid beim FC Brügge hoffen.

»Wir wollen den Sieg. Mehr können wir nicht tun. Alles andere liegt nicht mehr in unseren Händen«, sagte Torhüter Roman Bürki. Fest steht bereits, dass Trainer Lucien Favre seine schon für das Achtelfinale qualifizierte Mannschaft im Stade Louis II kräftig durcheinanderwirbeln wird, schließlich fehlen auch Thomas Delaney, Jacob Bruun Larsen und Dan-Axel Zagadou. Kehl hält den Gruppensieg derweil aus zwei Gründen für wichtig. »Das ist definitiv eine bessere Ausgangsposition, weil die Gegner dann ein paar andere werden – und weil wir zunächst auswärts spielen«, sagte der Ex-Profi.

Für den BVB ist die Begegnung in Monaco bereits das 22. Pflichtspiel der Saison, in der Bundesliga folgen bis Weihnachten noch drei weitere binnen sieben Tagen. »Man merkt, dass die Kraft nicht mehr so da ist«, sagte Kapitän Reus bereits nach dem Schalke-Spiel.

Für Schalke geht es im Heimspiel gegen Lokomotive Moskau (18.55 Uhr/Sky) derweil nicht zuletzt um Wiedergutmachung für die Derby-Niederlage. Weil der Achtelfinal-Einzug bereits gesichert und der Gruppensieg außer Reichweite ist, steht gegen den russischen Meister die Rückkehr von Höwedes im Fokus. Nach 577 Tagen läuft der Weltmeister von 2014 erstmals wieder in seinem einstigen »Wohnzimmer« auf.

»Einerseits freue ich mich darauf, nach Hause zu kommen«, sagte Höwedes vor dem emotionalen Champions-League-Spiel dem Fußball-Fachmagazin »kicker«. »Aber es wird nie normal für mich sein, gegen Schalke zu spielen. Den Verein, für den ich 16 Jahre lang aktiv und dessen Fan ich immer noch bin«, sagte der 44-malige Nationalspieler, der mit Moskau noch um die Teilnahme an der K.-o.-Runde der Europa League kämpft.

Seinen Ex-Kollegen beim auf Platz 13 abgestürzten Vizemeister wünschte Höwedes, dass »sie zurück in die Spur finden«. Das erscheint nach dem 1:2 im 175. Revierderby gegen Borussia Dortmund schwerer denn je – zumal fast der komplette Sturm verletzt ausfällt. Trainer Domenico Tedesco will deshalb »mal etwas Neues probieren«.

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