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Aus für Solskjaer bei ManU

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Ole Gunnar Solskjaer ist bei Manchester United seinen Trainerjob los. Trotz der Rückkehr von Cristiano Ronaldo (r.) blieben zuletzt die Erfolge aus. © AFP GmbH

(dpa). Ole Gunnaer Solskjaer ahnte, dass seine Tage als Trainer von Manchester United gezählt sind. Nach der 1:4 (0:2)-Niederlage beim Abstiegskandidaten FC Watford rang der Norweger um Worte. »Es ist schwer zu erklären, warum wir so gespielt haben«, sagte Solskjaer sichtbar resigniert beim Sender BBC. Noch am Abend beriefen die Man-United-Verantwortlichen eine Krisensitzung ein.

Am Sonntag wurde das Aus für den 48-jährigen Solskjaer verkündet, und der Club steht wieder mal vor einer Neuausrichtung.

»Ole wird immer eine Legende bei Manchester United sein«, teilte der englische Fußball-Rekordmeister mit, »und wir bedauern es sehr, dass wir zu dieser schwierigen Entscheidung gekommen sind.« Diese Entscheidung stand laut übereinstimmenden Medienberichten schon vor der Krisensitzung fest und hatte sich seit Wochen angebahnt.

Solskjaers bisherige Saisonbilanz - fünf Siege aus zwölf Spielen, 20 Tore bei 21 Gegentoren und der Sturz auf Tabellenplatz sieben - spricht eindeutig gegen ihn. Niemand hätte sich gewundert, wenn der oft als zu freundlich kritisierte Coach schon nach der 0:5-Packung gegen den FC Liverpool oder dem 0:2 gegen Manchester City entlassen worden wäre.

Zuletzt hatte der Norweger, der als Stürmer zwischen 1996 und 2007 zur Clubikone wurde, endgültig den Rückhalt der Fans verloren. Viele forderten in Watford lautstark seinen Rücktritt. Sogar prominente Sportgrößen wie Solskjaers ehemaliger Teamkollege Rio Ferdinand, TV-Experte Jamie Carragher oder Olympia-Champion Usain Bolt sprachen sich öffentlich für einen Wechsel auf der Trainerbank im Old Trafford aus.

Der Vorwurf, der Solskjaer schon in erfolgreicheren Phasen gemacht wurde, ist, dass er keinen Plan B habe, wenn es für seine Mannschaft nicht läuft. Zum Verhängnis wurde ihm wohl auch, dass der Club im Sommer zwar große Namen wie Cristiano Ronaldo, Jadon Sancho und Raphael Varane holte, aber nicht die dringend benötigte Verstärkung im zentralen defensiven Mittelfeld. Ronaldo versprach bei seiner Ankunft Titel. Bei den Fans weckte seine Rückkehr Erwartungen und setzte Solskjaer schon vor Saisonbeginn unter Druck.

Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei Man United seit dem Abschied von Trainerlegende Sir Alex Ferguson im Jahr 2013 auseinander. David Moyes, Louis van Gaal und Jose Mourinho gelang es nicht, dem Verein zu früherem Ruhm zu verhelfen. Nun scheiterte auch Solskjaer, der ursprünglich selbst nur als Interimslösung galt. United-Ikone Gary Neville lobte dennoch, Solskjaer habe dem Club etwas von seiner Seele zurückgegeben, und kritisierte bei Sky die »planlose« Vereinsführung.

Kurzfristig übernimmt nun Assistenzcoach Michael Carrick, bis ein Interimstrainer für den Rest der Saison gefunden wird. Laut »Sunday Times« hofft Man United darauf, im Sommer Zinedine Zidane zu verpflichten. Laut Sky gelten auch der frühere Tottenham-Coach Mauricio Pochettino, der aktuell bei Paris Saint-Germain unter Vertrag steht, und Ajax-Trainer Erik ten Hag als mögliche Kandidaten.

Man United hat nach Informationen der »Sunday Times« bereits Kontakt mit Zidane aufgenommen, der als Coach von Real Madrid mit den heutigen Man-United-Profis Ronaldo und Varane dreimal die Champions League gewann. Der Franzose zögere allerdings noch. Manchester United ist derzeit offenbar nicht der attraktivste Arbeitgeber.

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