FC Barcelona

Aus für Koeman

(dpa). Die Entscheidung gegen Ronald Koeman fiel im Flug. Auf der Rückreise vom 0:1 bei Aufsteiger Rayo Vallecano in Madrid entschied FC Barcelonas Präsident Joan Laporta nach einer Krisensitzung noch im Flugzeug, sich von dem von ihm ohnehin ungeliebten Trainer zu trennen. »Der FC Barcelona hat heute Nacht Ronald Koeman als Trainer entlassen«, teilte der Club kurz und nüchtern am Donnerstag zwei Minuten nach Mitternacht mit.

Als wahrscheinlichster Nachfolger wurde in spanischen Medien das Club-Idol Xavi Hernández genannt, der zurzeit Cheftrainer bei Al-Sadd SC in Katar ist.

Aber auch der 41 Jahre alte frühere Fußball-Weltmeister, der 17 Jahre im Trikot des FC Barcelona spielte, oder ein anderer Koeman-Nachfolger wird in Barcelona auf ein Problem treffen, das schon der Niederländer beklagte: leere Kassen.

»Der Club befindet sich mit mir in einer Phase des Wiederaufbaus. Die finanzielle Lage des Clubs hängt von der sportlichen Leistung ab und umgekehrt«, hatte Koeman Ende September gesagt. Große Ausgaben für den Kauf von Top-Spielern seien nicht drin, beschrieb der 58-Jährige die Kassenlage des mit bis zu 1,35 Milliarden Euro hoch verschuldeten Traditionsclubs.

Wegen der schlechten finanziellen Situation hatte Barça im August sogar seinen Superstar Lionel Messi nach 21 Jahren ziehen lassen. Seit dem Weggang des Argentiniers sind Tore bei den Katalanen Mangelware. Platz neun in La Liga ist nicht der Anspruch des spanischen Pokalsiegers. Und auch in der Champions League droht in der Gruppe mit dem FC Bayern München das frühe Aus bereits vor der K.-o.-Phase. Die Fans sind frustriert, die Gläubiger werden unruhig.

Sollten die Anhänger nicht mehr zu Ticketpreisen zwischen 99 Euro und bis zu 2750 Euro in der Players Zone ins Camp Nou kommen, die Fan-Artikel im Regal bleiben und die Einnahmen aus Fernsehrechten sinken, weil der Club aus internationalen Wettbewerben früh ausscheidet oder sich nicht mehr qualifizieren kann, dann könnte sich die Finanzlage weiter dramatisch verschlechtern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare