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Aus der Traum

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Völlig frustriert: Leon Goretzka (l.) und Kingsley Coman nach dem Viertelfinal-Aus des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Villareal. © Imago Sportfotodienst GmbH

(dpa). Der FC Bayern ist bitter raus! Beim Sturmlauf auf das Halbfinale der Champions League schockte der FC Villarreal den deutschen Fußball-Rekordmeister mit einem späten Gegentor beim 1:1 (0:0) und fügte dem Ensemble von Trainer Julian Nagelsmann einen schmerzhaften K. o. zu. Eine Woche nach dem 0:1 in Spanien brachte Weltfußballer Robert Lewandowski (52.

Minute) die haushoch überlegenen Münchner am Dienstagabend vor 70 000 Zuschauern auf Siegkurs, bis der eingewechselte Samu Chukwueze (88.) für den bis dahin weitestgehend harmlosen Europa-League-Sieger doch noch zuschlug.

»Es ist extrem bitter, dass wir ein Gegentor kassieren trotz dieser Performance. Wir haben von Anfang an mit den Fans im Rücken gedrückt, gedrückt, gedrückt«, sagte Thomas Müller bei Amazon Prime Video. »Ein Gegentor lag auf keinen Fall in der Luft.« Nach dem krachenden Aus im DFB-Pokal im Oktober durch das 0:5 bei Borussia Mönchengladbach und nun dem vorzeitigen Ende aller Königsklassen-Hoffnungen hat nun der Gewinn der deutschen Meisterschaft allerhöchste Priorität.

Kurz vor dem Anpfiff hatte Bayern-Vorstand Oliver Kahn das neuste Wechselgerücht um Lewandowski abgeräumt. Der Pole, in dessen Heimat am Montag über einen angeblich feststehenden Wechsel zum FC Barcelona berichtet worden war, spiele »auf jeden Fall« in der kommenden Saison in München.

Im Hinspiel hatte Lewandowski - wie das gesamte Bayern-Team - schwach gespielt. Die Anfangsphase des Rückspiels kontrollierte die Münchner Offensive dagegen, neben Lewandowski sollten Müller, Jamal Musiala, Leroy Sané und Kingsley Coman für Gefahr und Tore sorgen. Wieder war aber Villarreal der unbequeme Gegner, der zudem von Beginn bei auch nur kurzen Unterbrechungen auf Zeitspiel setzte.

Sanés scharfe Hereingabe war die erste Torannäherung des klar überlegenen deutschen Rekordmeisters (11.). Die Bayern setzten den spanischen Europa-League-Gewinner früh in dessen Hälfte unter Druck. Coman auf der linken und Sané auf der rechten Seite konnten sich mehrfach gut in Szene setzen. Im Strafraum kamen die Bälle aber zunächst nicht bei Lewandowski und auch Müller an.

»Wer nicht wagt, der nicht gewinnt«, hatte Nagelsmann gesagt, der in der Abwehr auf den erkrankten Nationalspieler Niklas Süle verzichten musste. Die Bayern setzten sich am gegnerischen Strafraum fest. Von den Rängen kam immer wieder Szenenapplaus. Musiala prüfte per Kopf Villarreals Torwart Gerónimo Rulli nach einer Flanke von Leon Goretzka (29.) - es blieb allerdings die einzige größere Chance der ersten Halbzeit.

Villarreal zog sich weit zurück. Vor dem einzigen Schuss in Richtung Bayern-Torwart Manuel Neuer befand sich Arnaut Danjuma im Abseits (41.). In der Abwehr hielt der Tabellensiebte der spanischen Liga aber weiterhin gut dagegen, die beiden Innenverteidiger Pau Torres und Raúl Albiol hatten die Münchner zunächst im Griff.

Musiala prüfte Rulli aber nur Sekunden nach Wiederanpfiff erneut (46.). Die Bayern drängten weiter auf das Tor - und wurden nach starkem Einsatz von Coman durch Lewandowski belohnt. Der Weltfußballer wurde an der Strafraumgrenze bedient und schloss gekonnt mit dem rechten Fuß in die rechte untere Ecke ab. Das Spiel war wieder offen, und die Münchner spielten sich weitere Torchancen heraus. Zu oft fehlte aber die Präzision - wie bei Müllers Kopfball in der 71. Minute, der am Tor vorbeiging. Das sollte sich rächen - vom späten Gegentor erholten sich die Bayern nicht mehr.

München: Neuer - Pavard, Upamecano, Lucas Hernandez (87. Davies) - Kimmich - Sané, Goretzka, Musiala (82. Gnabry), Coman - Müller (90. Choupo-Moting), Lewandowski.

Villarreal: Rulli - Foyth, Albiol, P. Torres, Estupinan - Lo Celso, Capoue, Parejo (90.+3 Aurier), Coquelin (84. Chukweze) - G. Moreno, Danjuma (84. Pedraza).

Im Stenogramm: SR: Vincic (Slowenien). - Zu.: 70 000. - Tore: 1:0 Lewandowski (52.), 1:1 Chukweze (88.).

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