Einpacken: Der WM-Auftakt der Formel 1 wird laut BBC-Informationen verschoben. FOTO: DPA
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Einpacken: Der WM-Auftakt der Formel 1 wird laut BBC-Informationen verschoben. FOTO: DPA

Auftakt vor der Absage

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Die Formel 1 hat ihren ersten Coronavirus-Fall. McLaren zieht sich als Konsequenz vom Grand Prix in Australien zurück. Am späten Donnerstagabend deutscher Zeit meldete ein deutsches Fachmagzin die Absage des Auftaktrennens.

Nach dem Coronavirus-Fall bei McLaren haben sich die Formel-1-Verantwortlichen dem Fachmagazin "Auto, Motor und Sport" zufolge für eine kurzfristige Absage des Saisonauftakts in Melbourne entschieden. Ein offizielles Statement von Motorsport-Weltverband FIA und Formel-1-Eigner Liberty Media werde in Kürze erwartet, teilte die Deutsche Presse-Agentur am späten Donnerstagabend mit.

Auch das eine Woche nach dem Grand Prix in Melbourne geplante zweite Saisonrennen in Bahrain am 22. März sei von der Streichung bedroht. Der englische Traditionsrennstall McLaren hatte am Donnerstag den ersten Coronavirus-Fall im Fahrerlager bekanntgegeben. Daraufhin zog McLaren sein Team für den am Sonntag geplanten Saisonauftakt zurück.

Wenige Stunden zuvor hatte McLaren um seinen deutschen Teamchef Andreas Seidl den positiven Test bei einem seiner Mitarbeiter bestätigt und zog sich als Konsequenz für den am Sonntag (6.10 Uhr/Sky und RTL) geplanten Grand Prix in Melbourne zurück. Die Rennorganisatoren nahmen anschließend Gespräche auf, um über die "weiteren Auswirkungen" zu sprechen und die "nächsten Schritte" abzustimmen.

Der Angestellte des englischen Traditionsrennstalls wurde kurz nach Auftreten erster Symptome isoliert und wird nun von lokalen Gesundheitsbehörden betreut. McLaren hatte am Mittwoch zusammen mit dem US-Team Haas die ersten Verdachtsfälle auf das Coronavirus im Fahrerlager bestätigt. Es handelte sich um eine Person bei den Engländern und um insgesamt vier Mitarbeiter von Haas. Die Ergebnisse beim US-Team fielen negativ aus. Grand-Prix-Chef Andrew Westacott sprach später von insgesamt acht Testergebnissen aus dem Fahrerlager sowie einer neunten Person, die aber nicht im Umfeld der Rennserie zu verorten ist. Das erste von ursprünglich einmal 22 geplanten Saisonrennen ist am Tag der ersten Trainingssession (Ortszeit) abgesagt worden.

Angesichts von Reisebeschränkungen in der Coronavirus-Krise vor allem für Teams aus Italien hatte Formel-1-Sportchef Ross Brawn vor wenigen Tagen gesagt: "Wenn ein Team an der Einreise in ein Land gehindert wird, dann können wir kein Rennen haben." Alles andere wäre "nicht fair".

Die Formel 1 musste wegen der Epidemie bereits das für den 19. April in China geplante Rennen verschieben. Der Grand Prix von Bahrain am 22. März wird im besten Fall und aus Sicherheitsgründen vor leeren Rängen ausgetragen. Die anschließend angesetzte Vietnam-Premiere in Hanoi am 5. April steht außerdem in Frage. Nicht ausgeschlossen, dass die Formel 1 in diesem Jahr erst am 3. Mai in Zandvoort in den Niederlanden in die Saison startet..

Weltmeister Lewis Hamilton hatte die Austragung des Auftakts in Australien scharf kritisiert. "Geld regiert die Welt", antwortete Hamilton bei der Pressekonferenz auf die Frage, warum am Rennen festgehalten werde. Seine Kritik wurde nachträglich erhört.

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