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Daumen hoch: Oliver Glasner und seine Eintracht nehmen die Vorbereitung zur Rückrunde auf.

Aufgalopp bei der Eintracht

Der Frankfurter Trainer Oliver Glasner hält nicht so furchtbar viel von Silvesterfeiern, »um halb eins« sei er im Bett, anderntags sei zudem ein Trainingsspiel angesetzt, und auch Vorsätze fürs neue Jahr sind seine Sache nicht, außer vielleicht: »Weniger Süßes«. Und sportlich gibt es für den Coach ohnehin nur einen »einfachen Plan: Wir wollen jedes Spiel gewinnen.

« Dies sagte der Eintracht-Coach zum Auftakt der Vorbereitung auf die schon in neun Tagen mit dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund beginnende Rückrunde der Fußball-Bundesliga.

Beim gestrigen Aufgalopp im Stadion hat Glasner indes nicht auf seinen kompletten Kader zurückgreifen können: Stürmer Goncalo Paciencia, Mittelfeldspieler Kristijan Jakic und Ersatzkeeper Jens Grahl hatten sich über die Feiertage mit dem Coronavirus infiziert. Die drei Profis, die sich in Quarantäne befinden, seien symptomfrei, es habe sie »nicht so schlimm erwischt«, sagte Glasner, der hofft, sie in der kommenden Woche wieder beim Training begrüßen zu können. Ein Einsatz gegen den BVB sei, sofern keine Komplikationen hinzukämen, nicht gefährdet. Die weiter an muskulären Problemen laborierenden Jens Petter Hauge und Christopher Lenz sind keine Option.

Und auch der 17 Jahre alte Fabio Blanco fehlte. Vieles spricht dafür, dass der Spanier, mit vielen Vorschusslorbeeren geholt, aber nie im Kader, nach nur einem halben Jahr den Verein Richtung FC Barcelona verlassen wird.

Glasner hat vor dem Rückrundenauftakt öffentlich keine speziellen Ziele für seine Mannschaft ausgegeben, deren charakterliche Stärke er erneut lobend hervorhob. Aber natürlich hat er, als Analytiker, die Fakten bemüht, und da haben in den letzten sieben, acht Jahren für das Erreichen der Champions League in der Regel 60, 61 Punkte gereicht und für die Europa League 51, 52. Mehr als die Hälfte (27 Zähler) ist bereits nach der halben Saison eingetütet.

Bekanntlich ist der Trainer jedoch, wie er selbst einräumt, selten zufrieden, auch dieser Hinrunde hat er auf einer Skala von eins bis zehn im vereinseigenen TV allenfalls eine »fünf bis sechs« gegeben. »Wir können deutlich besser werden«, findet er, vor allem im Spiel nach vorne gebe es Luft nach oben. Selbst wenn die Mannschaft gerade in den letzten Wochen einen »großen Schritt« nach vorne getan habe. Einer der Trainingsschwerpunkte in den nächsten Tagen sei aber auch das Defensivverhalten. Die Eintracht hat zuletzt zwar viel gewonnen, aber für Glasners Gefühl zu viele Gegentore schlucken müssen.

THOMAS KILCHENSTEIN

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