Audi dominiert

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(sid). Rene Rast haderte, kämpfte, warf bange Blicke in den Rückspiegel - und stand am Ende doch wieder ganz oben auf dem Podest. Zum Auftakt der DTM hat der Titelverteidiger seine Ansprüche auf Audis letzte Meisterschaft in der Tourenwagenserie untermauert, am Sonntag gewann er das zweite Saisonrennen in Spa.

Doch sein Herausforderer hat sich schon in Stellung gebracht, und er sitzt ebenfalls im Audi: Der Schweizer Nico Müller gewann das erste Rennen am Samstag und trieb Rast am Sonntag bis zur Ziellinie vor sich her, 0,4 Sekunden fehlten am Ende auf den Sieger. Für die Führung in der Gesamtwertung genügte das locker, mit 46 Punkten liegt Müller vor Rast (39). Auch, weil der Mindener am Samstag wegen Reifenproblemen nur Fünfter wurde.

"Der Sieg ist sehr erleichternd, weil gestern ein so schlechter Tag war", sagte Rast: "Wir mussten unsere Schlüsse ziehen, und das haben wir geschafft. Das gibt uns Zuversicht für die kommenden Wochen."

Müller haderte mit der vergebenen Chance am Sonntag. "Ich war noch nie so unzufrieden mit einem zweiten Platz", sagte der 28-Jährige: "Ich hätte heute schon wieder gewinnen können." Auch ohne einen Doppelsieg muss er nun aber als Titelkandidat in einer Saison gelten, welche nach 30 Jahren die letzte der DTM sein könnte.

In ihrer jetzigen Form wird es die Rennserie 2021 nicht mehr geben, weil Audi zum Jahresende aussteigt und BMW als einziger Hersteller bliebe. Und auch der Verbleib der Bayern ist höchst fraglich. "Wir werden nicht gegen uns selbst antreten", stellte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt am Sonntag erneut klar. Eine Lösung ist momentan nicht in Sicht.

In gewisser Weise tritt indes Audi schon jetzt gegen sich selbst an - zumindest wenn es um den Sieg geht. Wie schon in der zweiten Hälfte der Vorsaison schafft BMW es momentan nicht in Schlagdistanz zu den Ingolstädtern. Die besten Ergebnisse holten noch Philipp Eng (Österreich) und Sheldon van der Linde (Südafrika) mit zwei sechsten Plätzen.

Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte der Auftakt der DTM in diesem Jahr spät wie nie. Bis November sind insgesamt 18 Rennen vorerst ohne Zuschauer geplant.

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