_1SPOHSPORT10-B_102307_1_4c
+
_1SPOHSPORT10-B_102307_1_4c

Auch Struff schon raus

  • vonSID
    schließen

Zweiter Turniertag, zweiter trister Tag: Bei den Australian Open dezimiert sich das Feld der deutschen Tennisprofis weiter merklich. Vor allem das Aus von Jan-Lennard Struff kommt völlig unerwartet. Immerhin eine deutsche Dame schafft es in die zweite Runde.

Da saß nun also Mona Barthel in dem kleinen Interviewraum ohne Reporter und blickte zunächst etwas unsicher in die Kamera. »Das ist so verrückt, ich hab das zum ersten Mal so gemacht«, sagte die letzte im Feld der Australian Open verbliebene deutsche Tennisspielerin nach der Videokonferenz, als sie die aus der Ferne zugeschalteten Berichterstatter längst ausgeloggt wähnte und sich mit der Presse-Dame vor Ort in Melbourne unterhielt.

Dass ausgerechnet die so zurückhaltende und stets unter dem Radar aufschlagende Schleswig-Holsteinerin als einzige der ohnehin nur vier deutschen Damen die erste Runde des Grand-Slam-Turniers überstand, passt perfekt ins Bild dieses aus deutscher Sicht schon jetzt zum überwiegenden Teil verkorksten Jahresauftakts.

Bei den Herren verabschiedeten sich am Dienstag der zuletzt so stark aufspielende Jan-Lennard Struff (Foto) und dessen Davis-Cup-Kollege Yannick Hanfmann. Das Damen-Trio Angelique Kerber, Laura Siegemund und Andrea Petkovic hatte tags zuvor schon seine Premierenprüfungen nicht bestanden.

»Es sah schon mal besser aus«, sagte Eurosport-Experte Boris Becker und sprach mit Blick auf die deutsche Erstrunden-Bilanz von »ein bisschen Bauchschmerzen«. Neun Profis aus dem Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes waren nach Australien gereist und hatten nach der Ankunft eine zweiwöchige Quarantäne im Hotel verbracht. In die zweite Runde schafften es nur Barthel, Dominik Koepfer (der jedoch vor einer gewaltigen Herausforderung gegen den US-Open-Champion Dominic Thiem aus Österreich stand) und der Weltranglisten-Siebte Alexander Zverev.

Das Match des 23 Jahre alten Hamburgers gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy wurde am Mittwoch als zweites Match der Nightsession angesetzt (ca. 11.00 Uhr MEZ/Eurosport) - was für den erklärten Langschläfer zumindest kein Nachteil sein sollte.

Struff hingegen erlebte das, was gerne als »gebrauchter Tag« umschrieben wird. »Ich habe so oft im Match gedacht, das kann doch nicht wahr sein, das gibt es doch gar nicht. Ich bin einfach mega-enttäuscht«, sagte der 30 Jahre alte Warsteiner. Nach starken Leistungen beim ATP Cup wollte die deutsche Nummer zwei auch bei den Australian Open weit kommen. Doch dann wurde Struff vom australischen Wildcard-Inhaber Christopher O’Connell jäh ausgebremst. 6:7 (2:7), 6:7 (5:7), 1:6 hieß es nach etwas mehr als zwei Stunden.

Lichtblick Barthel

Festtagsstimmung statt Tristesse war hingegen in Barthels Gesicht unschwer zu erkennen. Gefühlt ein Dutzend Mal fielen die Worte »happy« oder »glücklich« nach dem 3:6, 6:4, 6:4 gegen die italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto. Die 30-Jährige aus Neumünster trifft morgen auf die an Nummer 25 gesetzte Karolina Muchova aus Tschechien und hat »nichts zu verlieren«, wie es die frühere Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner formulierte.

Hanfmann hatte gegen den Russen Rubljow beim 3:6, 3:6, 4:6 keine Chance. Der 29 Jahre alte Karlsruher musste sich dem ATP-Cup-Champion nach 1:42 Stunden geschlagen geben. Wie Rubljow hatten auch dessen Landsmann Daniil Medwedew und der Weltranglisten-Zweite Rafael Nadal keine Mühen mit ihren ersten Gegnern. Medwedew besiegte den Kanadier Vasek Pospisil 6:2, 6:2, 6:4, Nadal bezwang den Serben Laslo Djere 6:3, 6:4, 6:1. Überraschend nicht mehr im Turnier ist Victoria Asarenka. Die zweimalige Melbourne-Gewinnerin aus Belarus, verlor gegen Jessica Pegula aus den USA 5:7, 4:6. FOTO: AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare