Novak Djokovic (l.) und Grigor Dimitrow sprechen auf einer Pressekonferenz der Adria-Tour, beide Tennisspieler wurden inzwischen positiv auf Corona getestet. FOTO: DPA
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Novak Djokovic (l.) und Grigor Dimitrow sprechen auf einer Pressekonferenz der Adria-Tour, beide Tennisspieler wurden inzwischen positiv auf Corona getestet. FOTO: DPA

Auch Djokovic positiv getestet

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Nach den verstörenden Bildern von der Adria-Tour ist es keine Überraschung mehr: Auch Novak Djokovic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die schriftliche Stellungnahme kam spät, und sie klang kleinlaut. Ganz und gar anders als die bunten Botschaften der Tage zuvor, die Novak Djokovic und seine Mitspieler von ihrer rauschenden Tennisparty um die Welt geschickt hatten. Doch der neuen Wirklichkeit kann auch der Branchenprimus aus Serbien nicht entfliehen, auch sein Coronatest fiel positiv aus. Dabei hatte sich Djokovic lange unangreifbar gefühlt.

Am Dienstagnachmittag verbreitete er eine Erkenntnis, die für viele staunende Beobachter der Adria-Tour wenig Neues beinhaltete. "Leider ist das Virus noch immer da. Das ist die neue Realität, wir lernen noch, sie zu bewältigen und mit ihr zu leben." Djokovic schrieb, ihm tue "jeder einzelne Fall extrem leid", er hoffe, dass keine Komplikationen auftreten "und alle gesund werden". Djokovic kündigte an, für 14 Tage in Isolation zu gehen.

Der 17-malige Grand-Slam-Champion, der bis zum Abbruch der Tour im März kein einziges Match in dieser Saison verloren hatte, ist nach Grigor Dimitrow (Bulgarien), Borna Coric (Kroatien) und Viktor Troicki (Serbien) der vierte Spieler, der sich bei der Tingelei über den Balkan mit dem Coronavirus angesteckt hat. Zudem sind auch seine Frau Jelena, Troickis schwangere Frau Aleksandra und zwei Trainer infiziert. Die Liste könnte leicht länger werden.

In Belgrad und Zadar/Kroatien traten die Hauptdarsteller auf, als mache das Virus an den Landesgrenzen Halt. Beim Fußball, beim Basketball, auf den Rängen oder beim Striptease in einem stickigen Klub: Abstand hielt hier niemand, auch nicht zu den zahlreichen jugendlichen Fans. Das wurde bestens dokumentiert. Als würde Djokovic der Welt beweisen wollen, wie harmlos dieses Virus doch sei - und überhaupt: Wir haben alle Maßgaben der Regierungen befolgt, behauptete der 33-Jährige bei Eurosport.

Seiner Vorbildfunktion nicht mehr ganz so sicher war bereits Alexander Zverev, der nach seiner Rückkehr aus Zadar und einem negativen Test etwas zerknirscht mitteilte: "Ich möchte mich zutiefst bei allen entschuldigen, die ich möglicherweise einem Risiko ausgesetzt habe durch das Spielen dieser Tour." Woher diese plötzliche Einsicht kam, nachdem auch Zverev die Nähe unter den hochbezahlten Tennisstars genossen hatte, sagte er nicht. Womöglich waren es die prominenten Fälle um ihn herum, vielleicht war es auch die Kritik, die auf alle Teilnehmer einprasselte. Doppelspieler Bruno Soares, unter Präsident Djokovic Mitglied im Spielerrat, sprach bei GloboEsporte von einer "Horror-Show". Der Brasilianer warf der Truppe hochbezahlter Superstars vor, "enorm unverantwortlich und höchst unreif" gehandelt zu haben. ATP-Präsident Andrea Gaudenzi verglich Djokovic, Zverev und Co. sogar mit sturen Bengeln. "Einigen ist ihr Erfolg wohl zu Kopf gestiegen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner dem "Kölner Stadtanzeiger".

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