Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic muss umplanen: Teamtraining ist in Frankfurt derzeit nicht möglich. FOTO: DPA
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Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic muss umplanen: Teamtraining ist in Frankfurt derzeit nicht möglich. FOTO: DPA

Arbeit an Körpern - aber zu Hause

  • vonred Redaktion
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(ds). Nachdem Adi Hütter Mitte dieser Woche die aktuellen Fitnesswerte seiner Berufsfußballer vorgelegt bekommen hatte, äußerte sich der Trainer von Eintracht Frankfurt hocherfreut über das Gesehene. "Die Tests haben gezeigt, dass die Mannschaft körperlich in einem Topzustand ist", sagte der 50-Jährige. Niemand habe, so ließen sich die Ergebnisse der am Dienstag durchgeführten Laktatprüfungen offenbar deuten, in den vergangenen Tagen physisch nachgelassen. Absolute Modellathleten also, diese Frankfurter Fußballer, trotz Corona-Zwangspause.

Vorwiegend in den eigenen Wohnungen hatten sich die Spieler des Bundesligisten in dieser ersten komplett fußballfreien Woche aufgehalten und dort, je nach dem was das jeweilige Heim so hergab an Trainingsmöglichkeiten, mehr oder auch ein bisschen weniger an ihren Körpern gearbeitet. Auch einige Laufeinheiten an der frischen Luft standen natürlich auf den von den Chefs verordneten Trainingsplänen. Und manch einen der Kicker zog es schließlich auch in die Räumlichkeiten in der Arena im Stadtwald, wo in Kleingruppen von bis zu drei Männern und mit dem nötigen Sicherheitsabstand im Kraftraum die Muckis gefordert wurden. Fußball sei in diesen Tagen zwar "nicht das Wichtigste", ließ Trainer Hütter noch verlauten, aber "es freut mich, wie verantwortungsvoll unsere Spieler mit ihrer Gesundheit und der anderer umgehen".

Seit Donnerstagabend ist die Situation jedoch noch einen Tick komplizierter geworden. Wie der Verein exakt um 22 Uhr der Öffentlichkeit mitteilte, hat auch er nun seinen ersten Covid-19-Fall innerhalb der Mannschaft. Ein Spieler ist infiziert, er hatte über Unwohlsein und typische Krankheitssymptome von Covid-19 geklagt und sich daraufhin rasch einem Test unterzogen, der dann auch positiv ausfiel. Namentlich benannte die Eintracht den Erkrankten in ihren Reihen nicht, ehrlicherweise ist das aber eigentlich auch völlig unerheblich.

Denn gleichwohl ob es nun den Torwart, den Torjäger oder einen Ergänzungsspieler getroffen haben mag, die Folgen für die Hütter-Truppe bleiben identisch: Die gesamte Mannschaft muss sich ab sofort in die obligatorische vierzehntägige Quarantäne begeben. Die Häuser, Wohnungen und Hotelzimmer sollen nicht mehr verlassen werden.

Der von der sportlichen Führung ursprünglich ausbaldowerte Plan, am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder mit dem Mannschaftstraining zu beginnen, ist damit hinfällig. "Vermutlich war das leider nur eine Frage der Zeit. Wir werden aber auch diese schwierige Situation überstehen", kommentierte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic die Lage.

Aufgrund des ersten Infizierten aus dem Mannschaftskreis werden sich alsbald nun natürlich auch dessen kickende Kollegen, das Trainerteam und einige Mitarbeiter aus dem engeren Umfeld ebenfalls einem Test unterziehen. Telefonische Medientermine wurden gestern vorerst abgeblasen, der Klub muss sich erst einmal neu organisieren.

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